Die österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger (1. November 1921 - 11. November 2016) gilt als bedeutende Repräsentantin der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur.
Ihre Zwillingsschwester Helga konnte 1939 mit einem der letzten Kindertransporte nach England fliehen. Ilse blieb mit ihrer Mutter in Wien zurück. Ihre Anwesenheit schützte die Mutter zunächst vor der Deportation. Die Großmutter und zwei Geschwister der Mutter wurden 1942 nach Minsk deportiert und ermordet.
Ein Medizinstudium brach sie nach fünf Semestern ab, um ihren bereits begonnenen Roman "Die größere Hoffnung" fertigzustellen. Laut dem Kapitel "Daran glauben müssen" aus Renatus Deckerts Buch "Das erste Buch. Schriftsteller über ihr literarisches Debüt" entstand er „in der Küche einer armseligen Wohnung in einem äußeren Bezirk“ von Wien sowie im Dienstzimmer „einer Anstalt für Unheilbare, Alte, Abgeschobene“, in der ihre Mutter als Ärztin arbeitete.
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