Samstag, 27. Juni 2026

Margaret Goldsmith: Good-by für heute

herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Eckhard Gruber
AvivA Verlag, 2025
224 Seiten
ISBN-10: ‎ 3949302298
ISBN-13: ‎ 978-3949302299 


Buchinfo
Berlin 1926: Die junge Medizinstudentin Karin lebt mit ihrer Mutter Jean und ihrem Zwillingsbruder Erhard nach dem Tod des Vaters im einstigen Stadtdomizil der Familie am Lützowplatz. Nach Krieg und Inflation eröffnen sich in der Weimarer Republik neue Freiheiten und Perspektiven und Karin blickt ihrer Zukunft voller Neugier und Zuversicht entgegen.

Doch nicht nur die einst herrschaftliche Wohnung ist nach dem Krieg geteilt und zimmerweise vermietet, auch durch die Familie ziehen sich Risse. Während die gebürtige US-Amerikanerin Jean, die seit dem Tod ihres Mannes Graf Tarnowitz wieder als Journalistin arbeitet, als überzeugte Demokratin den erzkonservativen Einstellungen ihrer adligen Schwiegerfamilie fernsteht und Karin der sozialistischen Partei beitreten möchte, wünscht sich Bruder Erhard die Monarchie zurück und ist fanatischer Nationalist und Antisemit. Die Konflikte in der Familie und die zunehmende Radikalisierung des Bruders überschatten Karins Studienjahre. Und dann stellt ein Ereignis das Leben aller Beteiligten auf den Prüfstand.

Goldsmith verzahnt in ihrem Debütroman von 1928 die polarisierte politische Stimmung in Berlin mit den alltäglichen Zwistigkeiten der Familie und beschreibt eine Gesellschaft am Kipppunkt. Im Aufeinandertreffen unterschiedlichster Romanfiguren, darunter der jüdische Rechtsanwalt Herbert Mendelssohn, der englische Maler Martin Trevelyan und der US-amerikanische Schriftsteller Mark Huntington, schildert sie plastisch die Prägungen verschiedener kultureller Milieus und Herkunftsländer. Zugleich entwirft sie ein lebendiges Bild zweier Generationen sich emanzipierender Frauen, von deren Kampf um Gleichstellung, gesellschaftliche Anerkennung und neue Sexualmoral.

Eine Rezension gibt es bei aus-erlesen.de von Karsten Koblo zu lesen.
 

Freitag, 26. Juni 2026

Willa Cather: Die Frau, die sich verlor

Übersetzt von Eva Brückner-Tuckwiller
Mit einem Nachwort von Sibylle Mulot
btb Verlag 2010
160 Seiten
ISBN-10: ‎3442741416
ISBN-13: ‎978-3442741410
Originaltitel: A Lost Lady (1923)
Frau im Zwielicht, dt. von Magda Kahn, Urban Freiburg im Breisgau 1929
    auch als: Die Frau, die sich verlor, gleiche Übersetzung, Benziger Einsiedeln, Zürich, Köln 1959
    auch als: Die Frau, die sich verlor, dt. von Eva Brückner-Tuckwiller, Knaus, München, Hamburg 1989. gl. Übersetzung, Verlag: btb Verlag (8. Dezember 2010)

 

Buchinfo

Marian Forrester ist jung, attraktiv und voller Lebenslust, der strahlende Mittelpunkt des Forrester-Hauses in Sweet Water. Mit ihrem 25 Jahre älteren Mann verbringt sie dort die Sommermonate. Niel, der Nachbarjunge, hat schon früh sein Herz an Marian verloren. Für ihn ist sie das Sinnbild jenes Westens, in dem die Träume der Siedler Wirklichkeit geworden sind. Als Niel einige Jahre später als Erwachsener nach Sweet Water zurückkehrt, hat sich Marians Leben von Grund auf geändert. Ihr Mann ist alt und krank, das Vermögen fast aufgebraucht. Verzweifelt versucht Marian den Schein zu wahren. Aus Einsamkeit flüchtet sie in die Arme junger Männer. Niel verliert jeden Respekt vor ihr, der Zauber ist verflogen. Erst am Ende ihres Lebens begreift er das Geheimnis dieser Frau.

Buchbeginn

Vor dreißig oder vierzig Jahren, in einer der grauen Städte an der Burlington-Bahnstrecke, die heute so viel grauer sind als damals, gab es ein Haus, das von Omaha bis Denver wegen seiner Gastlichkeit und eines gewissen Charmes seiner Atmosphäre wohlbekannt war. Wohlbekannt vor allem der Eisenbahn-Aristokratie jener Zeit: Männern, die mit der Bahn selbst zu tun hatten oder mit einer der "Landgesellschaften", ihren Nebenprodukten. Damals genügte es, wenn von einem Mann gesagt wurde, er "habe mit der Bahn zu tun".
 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Luisa Francia: In den Gärten der Kore. Visionen aus einem weiblichen Universum

Buchinfo
Kore ist die Frühlingsgöttin einer Göttinnentriade, Demeter die Mutter, Hekate die Alte. Wie kann Kore in die Unterwelt "verschleppt werden" und gleichzeitig deren Hüterin sein, wie es der Mythos berichtet?
Darum geht es: um die Erde und alles, was auf ihr wächst und Frauen nährt, einerseits und um die verborgenen Räume, die geheimen Wünsche, die dunkle Seite der weiblichen Kraft andererseits. Um die Magie der Frauen also, die sich aus dem Sichtbaren und dem Verborgenen nährt. Und um die Übergänge, in denen das größte magische Potential der Frauen liegt. Erst wenn wir uns die Übergänge bewusst machen - vom Mädchen zur menstruierenden Frau, von der menstruierenden Frau zur Alten -, entfaltet sich die weibliche Kraft in allen Facetten.



Frauenoffensive
1. Auflage 2003
160 Seiten
ISBN-10: ‎3881043608
ISBN-13: ‎978-3881043601  

Sonntag, 21. Juni 2026

Ulla Berkéwicz - die Bücher

 Michel, sag ich (Suhrkamp 1984)

 

Ulla Berkéwicz: Michel, sag ich

Buchinfo
"Viele sind aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Zurückgeblieben sind die Alten, die Frauen, die Kinder. Auch Michel ist fortgegangen; sie wartet auf seine Rückkehr.
Weil sie vergeblich wartet, macht sie sich auf den Weg in die nie zuvor gesehene Stadt, um Michel zu suchen. Der Weg führt sie zu den Lebenden und den Toten und zu den Aufständischen, mit denen Michel arbeitet; sie bereiten den Untergang der Stadt vor. Sie träumen vorwärts, denn sie erträumen eine neue Welt.
Das Buch ist eine Liebesgeschichte, eine Parabel. Es ist ein apokalyptisches Bild, aus dessen Trümmern das Neue erwächst. Es ist eine Vision von Untergang und Rettung. Wo verläuft die Grenze zwischen Wirklichen und Unwirklichem? Die traumsicheren Bilder fangen die Hoffnung ein."



Suhrkamp Verlag
1. Auflage 1988
100 Seiten
ISBN-10: ‎3518380303
ISBN-13: ‎978-3518380307 

Autorin
 

Luisa Francia

 Die Autorin und Filmemacherin Luisa Francia (2. August 1949 in Markt Grafing, heute Grafing bei München geboren) gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen des spirituellen Feminismus und der feministischen Hexenbewegung im deutschsprachigen Raum. Diese entstand in den 1980er Jahren am Schnittpunkt von Neuheidentum, Frauenbewegung und alternativer Spiritualität. Wie die US-amerikanische Autorin Starhawk vertritt Francia innerhalb dieser Strömung eine sozialistische und feministische Position.

2025 erwarb das Literaturarchiv Monacensia in München ihren künstlerischen Vorlass. Dieser umfasst mehr als dreißig handschriftliche Manuskripte und Typoskripte, Notizbücher, Fotografien, Video- und Super-8-Aufnahmen, Flugblätter sowie weitere Dokumente aus mehreren Jahrzehnten ihres literarischen und politischen Wirkens. Zum Bestand gehören zudem Korrespondenzen mit Persönlichkeiten der bayerischen Kultur- und Literaturszene wie Herbert Achternbusch, Annamirl und Josef Bierbichler sowie Franz Dobler. Briefe der US-amerikanischen Autorin Cathy Acker und der Künstlerin Nancy Spero dokumentieren darüber hinaus Francias internationale Vernetzung innerhalb der feministischen Avantgarde. 

Francoise Sagan: Ich glaube, ich liebe niemanden mehr

Buchinfo
Bereits ihr erster Roman "Bonjour Tristesse" machte Francoise Sagan zum Mythos. Wenige Jahre später überschlägt sich die knapp 22-Jährige bei hoher Geschwindigkeit mit ihrem Aston Martin.
Sie überlebt wie durch ein Wunder - und versucht, süchtig nach Schmerzmitteln, allmählich wieder ins Leben zurückzufinden.

Buchbeginn
Im Sommer 1957 war ich nach einem Autounfall drei Monate lang Schmerzen ausgesetzt, die hinlänglich unangenehm waren, dass man mir täglich einen Morphinersatz namens "875" (Palfium) verabreichte. Am Ende dieser drei Monate war ich dann hinlänglich vergiftet, dass ein Aufenthalt in einer Spezialklinik geboten schien. Es wurde ein schneller Aufenthalt, aber in seinem Verlauf schrieb ich dieses Tagebuch, das ich neulich wiederfand. 

Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze
Mit Originalzeichnungen von Bernard Buffet
Anaconda Verlag, 2017
Erstmals erschienen: 1964
96 Seiten
ISBN-10: ‎3730604678
ISBN-13: ‎978-3730604670
Originaltitel: ‎Toxique 
 

Francoise Sagan: Lieben Sie Brahms...

Buchinfo
Bei seinem Erscheinen war der Roman über die Liebe von Paule zu dem 15 Jahre jüngeren Mann eine Provokation – heute ist er ein Klassiker der französischen Literatur: Eine "offene Beziehung" praktizieren Paule und Roger im Paris der 1950er Jahre. Beide sind berufstätig, leben in getrennten Wohnungen und fragen nicht nach. Gelegentlich diniert man gemeinsam, besucht Nachtclubs, man verbringt den jährlichen Skiurlaub zu zweit, aber die Leidenschaft hat sich verflüchtigt. Simon heißt der Sohn einer Kundin von Paule, der sich Hals über Kopf in sie verliebt und alles daransetzt, sie für sich zu gewinnen.

Buchbeginn
Paule betrachtete ihr Gesicht im Spiegel und musterte, eine nach der anderen, die Niederlagen, die es in neununddreißig Jahren erfahren hatte; nicht etwa mit der in solchen Fällen üblichen Erregung und Bitterkeit, sondern mit einer fast zerstreuten Ruhe. Als gehörte die warme Haut, die sie manchmal mit zwei Fingern spannte, um eine Falte zu betonen oder einen Schatten hervorzuheben, jemand anderem, einer anderen Paule, die leidenschaftlich mit ihrer Schönheit beschäftigt war und die nur schwer aus der Klasse der jungen in die Klasse der jüngeren Frauen hinüberwechselte: einer Frau, die sie kaum wiedererkannte.

 

Das Buch wurde 1961 unter dem Titel "Lieben Sie Brahms?" mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle verfilmt. 


 


Verlag Klaus Wagenbach
1. Auflage 21. September 2023
Erstmals erschienen: 1959
144 Seiten
ISBN-10: ‎3803127971
ISBN-13: ‎978-3803127976
Originaltitel: ‎Aimez-vous Brahms...
 

Freitag, 19. Juni 2026

Agatha Christie: Blausäure

 Blausäure ist Agatha Christies 36. Krimi. Im Februar 1945 erschien er zunächst bei Dodd, Mead and Company in den USA und im Dezember im Collins Crime Club im Vereinigten Königreich. 1949 wurde die deutsche Erstausgabe im Scherz Verlag veröffentlicht.

Colonel Race, der schon in Der Mann im braunen Anzug, Mit offenen Karten und Der Tod auf dem Nil ermittelte, erleben wir hier zum letzten Mal. Er ist mit Hercule Poirot befreundet, in diesem Fall ermittelt er aber alleine.

Es gibt auch zwei Verfilmungen:

1983 von der CBS. Die Geschichte spielt in der Neuzeit und Colonel Race spielt keine Rolle. Der deutsche Filmtitel ist Zwei Leichen beim Souper.

In einem modernen Set spielt auch die Neuverfilmung von Laura Lamson für ITV1 aus dem Jahr 2003. Colonel Race wurde in Colonel Reece umbenannt und erhielt eine Partnerin, seine Frau Dr. Catherine Kendall. Die Beziehung zwischen beiden erinnert an Tommy und Tuppence Beresford.

Das Buch besteht aus drei Büchern. Im ersten Buch lerne ich sechs Personen kennen, die sich an Rosemary Barton erinnern, die vor fast einem Jahr gestorben war. Man ging von Selbstmord aus.

Da wäre zuerst Iris Marle. Sie war Rosemarys Schwester. Und sie hatte ein Jahr lang versucht, Rosemary zu vergessen. Doch nun musste sie sich an ihre Schwester erinnern. Nach einem Gespräch mit George gab es kein Zurück.

Iris erinnerte sich an die Kindheit, wie sie gemeinsam aufwuchsen. Durch den Altersunterschied, es lagen sechs Jahre zwischen den Schwestern, lebten sie quasi in unterschiedlichen Welten. Später hat Rosemary den älteren George Barton geheiratet. Und als Iris Mutter starb, zog sie zu Schwester und Schwager.

Als Iris auf dem Dachboden stöberte, fand sie einen Brief; von Rosemary geschrieben an einen Leopard. Einen Liebesbrief. Aus dem ging allerdings hervor, dass dieser sich von Rosemary trennen wollte.

Ein paar Monate nach Rosemarys Tod wurde Iris in die Gesellschaft eingeführt. Dort traf sie Anthony Browne. War er derjenige, für den dieser nicht abgeschickte Brief bestimmt war? Beim Tanzen bewegte er sich zumindest wie ein Leopard.

Dann begann George, Iris auszufragen. Über Rosemarys Freunde. Und ob sie vielleicht Feinde hatte.

Dann, eines Nachts, wurde Iris Georges Verhalten klar. Morgens um drei Uhr klopfte er an ihre Tür und bat sie in die Bibliothek. Er zeigte ihr zwei Briefe, in denen stand, dass Rosemary sich nicht umgebracht hat, sondern dass sie ermordet wurde.

Als Zweite erinnert sich Ruth Lessing an Rosemary. Sie ist die Sekretärin von George Barton und mochte Rosemary nie besonders. Aber sie erledigt alles für das Paar. Es scheint nichts zu geben, was Ruth nicht hinbekommt. Und George ist ihr dafür unendlich dankbar. "Ohne Sie wäre das Leben völlig undenkbar", sagte er zu ihr, als er sie bat, einen Schnorrer seiner Frau loszuwerden.

Ausgerechnet dieser Schnorrer machte ihr bewusst, wer sie war. Dass George, wäre Rosemary nicht da, sie sofort heiraten würde. Und so wächst ihr Hass auf Rosemary immer mehr.

Der Dritte im Bunde ist Anthony Browne. Ihr erinnert euch? Das ist der, von dem Iris dachte, er wäre der Leopard, mit dem Rosemary eventuell eine Affäre hatte.

Und während die beiden Damen schon einen Grund gehabt haben, Rosemary loszuwerden, dann noch mehr dieser Anthony Browne. Was natürlich nicht sein richtiger Name ist. Als Rosemary, die er anfangs begehrte und die er dann verachtete, ihn darauf ansprach, drohte er ihr unverhohlen.

Dann ist da Stephen Farraday. Er dachte "mit jenem ungläubigen Staunen, das ihr Bild immer in ihm hervorgerufen hatte", an Rosemary.

Stephen wusste schon von kleinauf, wie sein Leben aussehen sollte: erfolgreich. Und er arbeitete strikt darauf hinaus. Seinen Oxford-Abschluss hatte er mit 22 in der Tasche. Er wollte in die Politik, die Konservativen wurden auf ihn aufmerksam.

Aber als nach den Wahlen der Alltag begann, kam er nicht recht vorwärts. Eine vorteilhafte Heirat wäre wohl der nächste Schritt. Und er schaffte es tatsächlich, in die mächtige Kidderminster-Clique einzuheiraten. Und mit Sandra hatte er sogar Glück. Sie unterstützte ihn in seinen politischen Ambitionen, wo sie konnte.

Und dann lernte er Rosemary kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Für ein halbes Jahr. Dann nervte ihn ihre Oberflächlichkeit und Dummheit. Schlug sie doch tatsächlich vor, ihr Verhältnis öffentlich zu machen, sich von ihren Partnern zu trennen und zu heiraten. Doch das wäre für ihn eine Katastrophe. Irgendwie musste er es hinbekommen, dass Rosemary Vernunft annahm.

Und noch eine Frau im Bunde: Alexandra Farraday – Stephens Ehefrau. Wie sehr hatte Stephen sie doch verkannt. Beziehungsweise wollte er sie überhaupt richtig kennen? Er nahm von ihr nur, was er brauchte. Und er bildete sich ein, sein Verhältnis mit Rosemary gut zu kaschieren. Dabei kannte Alexandra genau den Tag, an dem die beiden das erste Mal intim miteinander waren.

Sie zeigte Stephen nicht, wie sehr sie litt. Und obwohl es offensichtlich war – sie magerte immer mehr ab und sah wegen schlafloser Nächte krank aus – sah er es nicht. Alexandra begann Rosemary zu hassen. Wenn Gedanken töten könnten, würde sie sie töten.

Zu guter Letzt noch kurz George Bartons Erinnerungen. Sein erster Heiratsantrag an Rosemary war ein wenig holprig. Und sie dachte da noch gar nicht ans Heiraten. Er hatte sich sowieso keine Hoffnungen gemacht. Und doch hatte sie ihn später genommen. Weil sie es satt hatte, sich immer wieder zu verlieben, um immer wieder enttäuscht zu werden. Er wusste also, dass sie ihn nicht liebte. Dass sie nur ein ruhiges Heim suchte.
Er ignorierte ihre kleinen Flirts. Doch es wurde anders, als er spürte, dass ein Verhältnis tiefer ging. Da spürte er Wut in sich aufsteigen.

So, das wären die sechs Hauptakteure. Einen Grund, sauer auf Rosemary zu sein, haben sie alle.

Morgen – George hatte alle ins „Luxembourg“ eingeladen – würde wohl herauskommen, wer wütend genug war, Rosemary zu töten.

Das werde ich hier aber nicht verraten.

 

Buchinfo

Die lebensfrohe Rosemary stirbt während ihres eigenen Geburtstagsdinners, nachdem sie mit Blausäure vergifteten Champagner getrunken hat. Ihr Tod wird als Selbstmord eingestuft. Doch war es tatsächlich so? Als Rosemarys Ehemann plötzlich Briefe erhält, in denen das Gegenteil angedeutet wird, ist er entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. So organisiert er ein erneutes Dinner, um den Täter aus der Reserve zu locken.

Doch dann kommt alles ganz anders ...

 

Buchbeginn

Sechs Personen erinnern sich an Rosemary Barton, die vor nunmehr fast einem Jahr gestorben war...

Eins
Iris Marle

Iris Marle dachte über ihre Schwester Rosemary nach.
Fast ein Jahr lang hatte sie verzweifelt versucht, Rosemary aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Sie hatte sich nicht erinnern wollen.
Es war zu schmerzlich - zu grauenvoll! 

 

Atlantik
1. Auflage, 2018
288 Seiten
ISBN-10: ‎3455003265
ISBN-13: ‎ 978-3455003260 
 

Dienstag, 9. Juni 2026

Eleanor Marx-Aveling, Edward Aveling: Die Frauenfrage. The Woman Question

 Buchbeginn

Vorwort
Im ersten Quartal des Jahres 1886 veröffentlichten Eleanor Marx und Edward Aveling in der seit 1824 erscheinenden Vierteljahreszeitschrift "Westminster Revue" ihre gemeinsame Arbeit "The Woman Questions" (Die Frauenfrage). Damit griffen sie in die international latent vorhandene und rasch anschwellende Diskussion über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und der Gemeinschaft von Frau und Mann ein. Mit den von ihnen eingenommenen marxistischen Positionen, die noch heute von Interesse sind, suchten und gewannen sie Gehör und Mitstreiter.

 

Zitate

"In einem Buch von nur 264 Seiten eine Anhäufung von wenigstens 170 groben Fehlern vorzufinden, ist wirklich zu viel."

"Sich mit der Lage der Frauen zum gegenwärtigen Zeitpunkt im einzelnen zu befassen, heißt, eine tausendmal erzählte Geschichte zu wiederholen."

"Das alte Versprechen der heiligen Legende, ,du sollst unter Schmerzen gebären', wird nicht nur verwirklicht, sondern noch erweitert. Die Frau muß die Kinder über lange Jahre hinweg ohne eine Ruhepause und ohne einen Hoffnungsschimmer in einer Atmosphäre von ständiger Arbeit und Sorge aufziehen. Der Mann, so sehr er auch von der Arbeit erschöpft sein mag, hat wenigstens den Abend für sich. Die Frau dagegen ist bis zum Schlafengehen beschäftigt. Oft geht ihre Plackerei mit den kleinen Kindern bis weit in die Nacht hinein oder die ganze Nacht hindurch." 

 

Verlag für die Frau Leipzig, 1. Januar 1986
216 Seiten
ISBN-10: ‎ 3730400029
ISBN-13: ‎ 978-3730400029  

Sonntag, 7. Juni 2026

Zitat am Sonntag

 


Auf Spurensuche: Frauen in der Literaturgeschichte


 Ein Karteikarten-Archiv zu Schriftstellerinnen und Bücherfrauen


Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

in manchen Dingen bin ich altmodisch. Zum Beispiel notiere ich mir noch vieles auf Papier: Leselisten, Listen von Autorinnen, von denen ich alles lesen möchte, oder Namen von Frauen, deren Leben und Werk ich genauer erforschen möchte.

In den vergangenen Jahren habe ich begonnen, hauptsächlich Frauen zu lesen. Männer haben mir jahrzehntelang die Welt erklärt.

Die meiste Lesezeit meines Lebens liegt inzwischen hinter mir. Das scheint mir allerdings kein Grund zu sein, weniger neugierig zu werden. Im Gegenteil: Mit über sechzig beginne ich gerade ein neues Archiv und begebe mich auf die Suche nach Frauen, die in den Regalen der Literaturgeschichte oft nur schwer zu finden sind. 

Dabei möchte ich nach Frauen suchen, die nicht vergessen wurden, wie wir oft sagen, sondern die gar nicht erst im literarischen Kanon auftauchten. Und ich möchte nach den Frauen hinter den Büchern fragen: nach den Verlegerinnen, Übersetzerinnen, Lektorinnen und Wegbereiterinnen, die dazu beigetragen haben, dass Bücher entstehen konnten und ihren Weg zu den Leserinnen und Lesern fanden.

Dabei möchte ich den Blick nicht nur auf die westliche Welt richten, sondern auch weiter nach Osten schauen.

Für diese Frauen möchte ich ein Karteikarten-Archiv anlegen. 

In den vergangenen Wochen bin ich bei meinen Recherchen – nicht zuletzt mithilfe von KI – auf so viele Namen gestoßen, dass die Beschäftigung mit diesen Frauen beinahe zu einem Zweitberuf werden könnte.

Natürlich werdet ihr hier weiterhin Kurzbiografien und Buchtipps finden. Das Karteikarten-Archiv soll mein Arbeitsinstrument werden: der Ort, an den ich zuerst greife, wenn ich auf einen neuen Namen stoße und nachsehen möchte, ob diese Frau bereits im Archiv vertreten ist.

Eine wichtige Karte wird dabei die Netzwerk-Karte sein: Wer kannte wen? Wer arbeitete mit wem zusammen? Welche Verbindungen gab es über Länder- und Sprachgrenzen hinweg?

Wenn ihr Vorschläge habt oder zusätzliche Informationen zu den im Blog vorgestellten Frauen beisteuern möchtet, schreibt sie gern in die Kommentare.

Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

Montag, 1. Juni 2026

Bärbel Wegner (Hg.): Die Freundinnen der Bücher - Buchhändlerinnen - Teil 1 + 2

 Ulrike Helmer Verlag, 2001


Buchinfo

In der großen Mehrzahl sind es Frauen, die ihre Leselust und Wissensfreude zum Beruf gemacht haben, gestern wie heute: Buchhändlerinnen wie jene legendären - Sylvia Beach und Adrienne Monnier in Paris, Mary S. Rosenberg in New York, Ilse Feltrinelli in Mailand - und wie so viele andere, die heute in großen und kleinen Orten, in Ost und West, in Buchhandlungen mit speziellem oder allgemeinem Sortiment sich und anderen die Liebe zum Buch bewahren. Und der Branche ihre Vielfalt verleihen. Dieses Buch will die Aufmerksamkeit einmal auf sie lenken und zugleich ihren Auszubildenden, Kundinnen und Kunden, generell allen Freundinnen und Freunden des Buchhandels einen ebenso kurzweiligen wie informativen Blick hinter die Kulissen eröffnen.


Buchbeginn

Richtig aufmerksam wurde ich auf mein Gefühl erst, als ein blutjunger Azubi mit feuerroten Apfelbäckchen, strahlend, liebenswürdig, mir gestand: "Weißt du, ich liebe diesen Beruf. Gut bezahlt ist er ja nicht gerade, aber die Bücher, die vielen Bücher um mich herum, jeden Tag ... Ich springe jeden Morgen voller Freude aus dem Bett und freue mich unbändig auf die Arbeit."

 

Teil 2

Buchinfo
Sie wirken in Sortimenten oder in Antiquariaten, verbinden in Bibliotheken und literarischen Salons Leselust mit Wissensfreude: die "Freundinnen der Bücher". Einfallsreichtum, originelle Ideen und, nicht zu vergessen, die alltäglichen Leistungen von Frauen in der Buchbranche zu würdigen ist Anliegen dieses Buches, der damit mehr Licht in den ,Dunklen Kontinent' des Buchhandels bringt. Denn noch immer ist "der Buchhändler" meistens eine Frau...
Im Mittelpunkt steht diesmal zugleich der Brückenschlag zwischen höchst unterschiedlichen Bücherwelten: dem umsatzorientierten Handel mit halbjährlichen Neuerscheinungen auf der einen Seite, Stätten des Hortens, Sammelns und Bewahrens alter Bücherschätze auf der anderen. Vermittlerinnen eröffnen hier wie dort erlebnisreiche Zugänge.

Buchbeginn
Eine Woche als Chefin in einer anderen Buchhandlung: Dazu gehört eine Menge Mut. Sara Willwerth und Gesine Klack haben den Rollentausch probiert - und so manches umgekrempelt.


Ulrike Helmer Verlag, 2003
205 Seiten
ISBN-10: 3897411024