Freitag, 26. Juni 2026

Willa Cather: Die Frau, die sich verlor

Übersetzt von Eva Brückner-Tuckwiller
Mit einem Nachwort von Sibylle Mulot
btb Verlag 2010
160 Seiten
ISBN-10: ‎3442741416
ISBN-13: ‎978-3442741410
Originaltitel: A Lost Lady (1923)
Frau im Zwielicht, dt. von Magda Kahn, Urban Freiburg im Breisgau 1929
    auch als: Die Frau, die sich verlor, gleiche Übersetzung, Benziger Einsiedeln, Zürich, Köln 1959
    auch als: Die Frau, die sich verlor, dt. von Eva Brückner-Tuckwiller, Knaus, München, Hamburg 1989. gl. Übersetzung, Verlag: btb Verlag (8. Dezember 2010)

 

Buchinfo

Marian Forrester ist jung, attraktiv und voller Lebenslust, der strahlende Mittelpunkt des Forrester-Hauses in Sweet Water. Mit ihrem 25 Jahre älteren Mann verbringt sie dort die Sommermonate. Niel, der Nachbarjunge, hat schon früh sein Herz an Marian verloren. Für ihn ist sie das Sinnbild jenes Westens, in dem die Träume der Siedler Wirklichkeit geworden sind. Als Niel einige Jahre später als Erwachsener nach Sweet Water zurückkehrt, hat sich Marians Leben von Grund auf geändert. Ihr Mann ist alt und krank, das Vermögen fast aufgebraucht. Verzweifelt versucht Marian den Schein zu wahren. Aus Einsamkeit flüchtet sie in die Arme junger Männer. Niel verliert jeden Respekt vor ihr, der Zauber ist verflogen. Erst am Ende ihres Lebens begreift er das Geheimnis dieser Frau.

Buchbeginn

Vor dreißig oder vierzig Jahren, in einer der grauen Städte an der Burlington-Bahnstrecke, die heute so viel grauer sind als damals, gab es ein Haus, das von Omaha bis Denver wegen seiner Gastlichkeit und eines gewissen Charmes seiner Atmosphäre wohlbekannt war. Wohlbekannt vor allem der Eisenbahn-Aristokratie jener Zeit: Männern, die mit der Bahn selbst zu tun hatten oder mit einer der "Landgesellschaften", ihren Nebenprodukten. Damals genügte es, wenn von einem Mann gesagt wurde, er "habe mit der Bahn zu tun".
 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Luisa Francia: In den Gärten der Kore. Visionen aus einem weiblichen Universum

Buchinfo
Kore ist die Frühlingsgöttin einer Göttinnentriade, Demeter die Mutter, Hekate die Alte. Wie kann Kore in die Unterwelt "verschleppt werden" und gleichzeitig deren Hüterin sein, wie es der Mythos berichtet?
Darum geht es: um die Erde und alles, was auf ihr wächst und Frauen nährt, einerseits und um die verborgenen Räume, die geheimen Wünsche, die dunkle Seite der weiblichen Kraft andererseits. Um die Magie der Frauen also, die sich aus dem Sichtbaren und dem Verborgenen nährt. Und um die Übergänge, in denen das größte magische Potential der Frauen liegt. Erst wenn wir uns die Übergänge bewusst machen - vom Mädchen zur menstruierenden Frau, von der menstruierenden Frau zur Alten -, entfaltet sich die weibliche Kraft in allen Facetten.



Frauenoffensive
1. Auflage 2003
160 Seiten
ISBN-10: ‎3881043608
ISBN-13: ‎978-3881043601  

Sonntag, 21. Juni 2026

Ulla Berkéwicz - die Bücher

 Michel, sag ich (Suhrkamp 1984)

 

Ulla Berkéwicz: Michel, sag ich

Buchinfo
"Viele sind aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Zurückgeblieben sind die Alten, die Frauen, die Kinder. Auch Michel ist fortgegangen; sie wartet auf seine Rückkehr.
Weil sie vergeblich wartet, macht sie sich auf den Weg in die nie zuvor gesehene Stadt, um Michel zu suchen. Der Weg führt sie zu den Lebenden und den Toten und zu den Aufständischen, mit denen Michel arbeitet; sie bereiten den Untergang der Stadt vor. Sie träumen vorwärts, denn sie erträumen eine neue Welt.
Das Buch ist eine Liebesgeschichte, eine Parabel. Es ist ein apokalyptisches Bild, aus dessen Trümmern das Neue erwächst. Es ist eine Vision von Untergang und Rettung. Wo verläuft die Grenze zwischen Wirklichen und Unwirklichem? Die traumsicheren Bilder fangen die Hoffnung ein."



Suhrkamp Verlag
1. Auflage 1988
100 Seiten
ISBN-10: ‎3518380303
ISBN-13: ‎978-3518380307 

Autorin
 

Luisa Francia

 Die Autorin und Filmemacherin Luisa Francia (2. August 1949 in Markt Grafing, heute Grafing bei München geboren) gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen des spirituellen Feminismus und der feministischen Hexenbewegung im deutschsprachigen Raum. Diese entstand in den 1980er Jahren am Schnittpunkt von Neuheidentum, Frauenbewegung und alternativer Spiritualität. Wie die US-amerikanische Autorin Starhawk vertritt Francia innerhalb dieser Strömung eine sozialistische und feministische Position.

2025 erwarb das Literaturarchiv Monacensia in München ihren künstlerischen Vorlass. Dieser umfasst mehr als dreißig handschriftliche Manuskripte und Typoskripte, Notizbücher, Fotografien, Video- und Super-8-Aufnahmen, Flugblätter sowie weitere Dokumente aus mehreren Jahrzehnten ihres literarischen und politischen Wirkens. Zum Bestand gehören zudem Korrespondenzen mit Persönlichkeiten der bayerischen Kultur- und Literaturszene wie Herbert Achternbusch, Annamirl und Josef Bierbichler sowie Franz Dobler. Briefe der US-amerikanischen Autorin Cathy Acker und der Künstlerin Nancy Spero dokumentieren darüber hinaus Francias internationale Vernetzung innerhalb der feministischen Avantgarde. 

Francoise Sagan: Ich glaube, ich liebe niemanden mehr

Buchinfo
Bereits ihr erster Roman "Bonjour Tristesse" machte Francoise Sagan zum Mythos. Wenige Jahre später überschlägt sich die knapp 22-Jährige bei hoher Geschwindigkeit mit ihrem Aston Martin.
Sie überlebt wie durch ein Wunder - und versucht, süchtig nach Schmerzmitteln, allmählich wieder ins Leben zurückzufinden.

Buchbeginn
Im Sommer 1957 war ich nach einem Autounfall drei Monate lang Schmerzen ausgesetzt, die hinlänglich unangenehm waren, dass man mir täglich einen Morphinersatz namens "875" (Palfium) verabreichte. Am Ende dieser drei Monate war ich dann hinlänglich vergiftet, dass ein Aufenthalt in einer Spezialklinik geboten schien. Es wurde ein schneller Aufenthalt, aber in seinem Verlauf schrieb ich dieses Tagebuch, das ich neulich wiederfand. 

Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze
Mit Originalzeichnungen von Bernard Buffet
Anaconda Verlag, 2017
Erstmals erschienen: 1964
96 Seiten
ISBN-10: ‎3730604678
ISBN-13: ‎978-3730604670
Originaltitel: ‎Toxique 
 

Francoise Sagan: Lieben Sie Brahms...

Buchinfo
Bei seinem Erscheinen war der Roman über die Liebe von Paule zu dem 15 Jahre jüngeren Mann eine Provokation – heute ist er ein Klassiker der französischen Literatur: Eine "offene Beziehung" praktizieren Paule und Roger im Paris der 1950er Jahre. Beide sind berufstätig, leben in getrennten Wohnungen und fragen nicht nach. Gelegentlich diniert man gemeinsam, besucht Nachtclubs, man verbringt den jährlichen Skiurlaub zu zweit, aber die Leidenschaft hat sich verflüchtigt. Simon heißt der Sohn einer Kundin von Paule, der sich Hals über Kopf in sie verliebt und alles daransetzt, sie für sich zu gewinnen.

Buchbeginn
Paule betrachtete ihr Gesicht im Spiegel und musterte, eine nach der anderen, die Niederlagen, die es in neununddreißig Jahren erfahren hatte; nicht etwa mit der in solchen Fällen üblichen Erregung und Bitterkeit, sondern mit einer fast zerstreuten Ruhe. Als gehörte die warme Haut, die sie manchmal mit zwei Fingern spannte, um eine Falte zu betonen oder einen Schatten hervorzuheben, jemand anderem, einer anderen Paule, die leidenschaftlich mit ihrer Schönheit beschäftigt war und die nur schwer aus der Klasse der jungen in die Klasse der jüngeren Frauen hinüberwechselte: einer Frau, die sie kaum wiedererkannte.

 

Das Buch wurde 1961 unter dem Titel "Lieben Sie Brahms?" mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle verfilmt. 


 


Verlag Klaus Wagenbach
1. Auflage 21. September 2023
Erstmals erschienen: 1959
144 Seiten
ISBN-10: ‎3803127971
ISBN-13: ‎978-3803127976
Originaltitel: ‎Aimez-vous Brahms...