Samstag, 27. Juni 2026

Margaret Goldsmith: Good-by für heute

herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Eckhard Gruber
AvivA Verlag, 2025
224 Seiten
ISBN-10: ‎ 3949302298
ISBN-13: ‎ 978-3949302299 


Buchinfo
Berlin 1926: Die junge Medizinstudentin Karin lebt mit ihrer Mutter Jean und ihrem Zwillingsbruder Erhard nach dem Tod des Vaters im einstigen Stadtdomizil der Familie am Lützowplatz. Nach Krieg und Inflation eröffnen sich in der Weimarer Republik neue Freiheiten und Perspektiven und Karin blickt ihrer Zukunft voller Neugier und Zuversicht entgegen.

Doch nicht nur die einst herrschaftliche Wohnung ist nach dem Krieg geteilt und zimmerweise vermietet, auch durch die Familie ziehen sich Risse. Während die gebürtige US-Amerikanerin Jean, die seit dem Tod ihres Mannes Graf Tarnowitz wieder als Journalistin arbeitet, als überzeugte Demokratin den erzkonservativen Einstellungen ihrer adligen Schwiegerfamilie fernsteht und Karin der sozialistischen Partei beitreten möchte, wünscht sich Bruder Erhard die Monarchie zurück und ist fanatischer Nationalist und Antisemit. Die Konflikte in der Familie und die zunehmende Radikalisierung des Bruders überschatten Karins Studienjahre. Und dann stellt ein Ereignis das Leben aller Beteiligten auf den Prüfstand.

Goldsmith verzahnt in ihrem Debütroman von 1928 die polarisierte politische Stimmung in Berlin mit den alltäglichen Zwistigkeiten der Familie und beschreibt eine Gesellschaft am Kipppunkt. Im Aufeinandertreffen unterschiedlichster Romanfiguren, darunter der jüdische Rechtsanwalt Herbert Mendelssohn, der englische Maler Martin Trevelyan und der US-amerikanische Schriftsteller Mark Huntington, schildert sie plastisch die Prägungen verschiedener kultureller Milieus und Herkunftsländer. Zugleich entwirft sie ein lebendiges Bild zweier Generationen sich emanzipierender Frauen, von deren Kampf um Gleichstellung, gesellschaftliche Anerkennung und neue Sexualmoral.

Eine Rezension gibt es bei aus-erlesen.de von Karsten Koblo zu lesen.
 

Freitag, 26. Juni 2026

Willa Cather: Die Frau, die sich verlor

Übersetzt von Eva Brückner-Tuckwiller
Mit einem Nachwort von Sibylle Mulot
btb Verlag 2010
160 Seiten
ISBN-10: ‎3442741416
ISBN-13: ‎978-3442741410
Originaltitel: A Lost Lady (1923)
Frau im Zwielicht, dt. von Magda Kahn, Urban Freiburg im Breisgau 1929
    auch als: Die Frau, die sich verlor, gleiche Übersetzung, Benziger Einsiedeln, Zürich, Köln 1959
    auch als: Die Frau, die sich verlor, dt. von Eva Brückner-Tuckwiller, Knaus, München, Hamburg 1989. gl. Übersetzung, Verlag: btb Verlag (8. Dezember 2010)

 

Buchinfo

Marian Forrester ist jung, attraktiv und voller Lebenslust, der strahlende Mittelpunkt des Forrester-Hauses in Sweet Water. Mit ihrem 25 Jahre älteren Mann verbringt sie dort die Sommermonate. Niel, der Nachbarjunge, hat schon früh sein Herz an Marian verloren. Für ihn ist sie das Sinnbild jenes Westens, in dem die Träume der Siedler Wirklichkeit geworden sind. Als Niel einige Jahre später als Erwachsener nach Sweet Water zurückkehrt, hat sich Marians Leben von Grund auf geändert. Ihr Mann ist alt und krank, das Vermögen fast aufgebraucht. Verzweifelt versucht Marian den Schein zu wahren. Aus Einsamkeit flüchtet sie in die Arme junger Männer. Niel verliert jeden Respekt vor ihr, der Zauber ist verflogen. Erst am Ende ihres Lebens begreift er das Geheimnis dieser Frau.

Buchbeginn

Vor dreißig oder vierzig Jahren, in einer der grauen Städte an der Burlington-Bahnstrecke, die heute so viel grauer sind als damals, gab es ein Haus, das von Omaha bis Denver wegen seiner Gastlichkeit und eines gewissen Charmes seiner Atmosphäre wohlbekannt war. Wohlbekannt vor allem der Eisenbahn-Aristokratie jener Zeit: Männern, die mit der Bahn selbst zu tun hatten oder mit einer der "Landgesellschaften", ihren Nebenprodukten. Damals genügte es, wenn von einem Mann gesagt wurde, er "habe mit der Bahn zu tun".
 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Luisa Francia: In den Gärten der Kore. Visionen aus einem weiblichen Universum

Buchinfo
Kore ist die Frühlingsgöttin einer Göttinnentriade, Demeter die Mutter, Hekate die Alte. Wie kann Kore in die Unterwelt "verschleppt werden" und gleichzeitig deren Hüterin sein, wie es der Mythos berichtet?
Darum geht es: um die Erde und alles, was auf ihr wächst und Frauen nährt, einerseits und um die verborgenen Räume, die geheimen Wünsche, die dunkle Seite der weiblichen Kraft andererseits. Um die Magie der Frauen also, die sich aus dem Sichtbaren und dem Verborgenen nährt. Und um die Übergänge, in denen das größte magische Potential der Frauen liegt. Erst wenn wir uns die Übergänge bewusst machen - vom Mädchen zur menstruierenden Frau, von der menstruierenden Frau zur Alten -, entfaltet sich die weibliche Kraft in allen Facetten.



Frauenoffensive
1. Auflage 2003
160 Seiten
ISBN-10: ‎3881043608
ISBN-13: ‎978-3881043601  

Sonntag, 21. Juni 2026

Ulla Berkéwicz - die Bücher

 Michel, sag ich (Suhrkamp 1984)

 

Ulla Berkéwicz: Michel, sag ich

Buchinfo
"Viele sind aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Zurückgeblieben sind die Alten, die Frauen, die Kinder. Auch Michel ist fortgegangen; sie wartet auf seine Rückkehr.
Weil sie vergeblich wartet, macht sie sich auf den Weg in die nie zuvor gesehene Stadt, um Michel zu suchen. Der Weg führt sie zu den Lebenden und den Toten und zu den Aufständischen, mit denen Michel arbeitet; sie bereiten den Untergang der Stadt vor. Sie träumen vorwärts, denn sie erträumen eine neue Welt.
Das Buch ist eine Liebesgeschichte, eine Parabel. Es ist ein apokalyptisches Bild, aus dessen Trümmern das Neue erwächst. Es ist eine Vision von Untergang und Rettung. Wo verläuft die Grenze zwischen Wirklichen und Unwirklichem? Die traumsicheren Bilder fangen die Hoffnung ein."



Suhrkamp Verlag
1. Auflage 1988
100 Seiten
ISBN-10: ‎3518380303
ISBN-13: ‎978-3518380307 

Autorin
 

Luisa Francia

 Die Autorin und Filmemacherin Luisa Francia (2. August 1949 in Markt Grafing, heute Grafing bei München geboren) gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen des spirituellen Feminismus und der feministischen Hexenbewegung im deutschsprachigen Raum. Diese entstand in den 1980er Jahren am Schnittpunkt von Neuheidentum, Frauenbewegung und alternativer Spiritualität. Wie die US-amerikanische Autorin Starhawk vertritt Francia innerhalb dieser Strömung eine sozialistische und feministische Position.

2025 erwarb das Literaturarchiv Monacensia in München ihren künstlerischen Vorlass. Dieser umfasst mehr als dreißig handschriftliche Manuskripte und Typoskripte, Notizbücher, Fotografien, Video- und Super-8-Aufnahmen, Flugblätter sowie weitere Dokumente aus mehreren Jahrzehnten ihres literarischen und politischen Wirkens. Zum Bestand gehören zudem Korrespondenzen mit Persönlichkeiten der bayerischen Kultur- und Literaturszene wie Herbert Achternbusch, Annamirl und Josef Bierbichler sowie Franz Dobler. Briefe der US-amerikanischen Autorin Cathy Acker und der Künstlerin Nancy Spero dokumentieren darüber hinaus Francias internationale Vernetzung innerhalb der feministischen Avantgarde. 

Francoise Sagan: Ich glaube, ich liebe niemanden mehr

Buchinfo
Bereits ihr erster Roman "Bonjour Tristesse" machte Francoise Sagan zum Mythos. Wenige Jahre später überschlägt sich die knapp 22-Jährige bei hoher Geschwindigkeit mit ihrem Aston Martin.
Sie überlebt wie durch ein Wunder - und versucht, süchtig nach Schmerzmitteln, allmählich wieder ins Leben zurückzufinden.

Buchbeginn
Im Sommer 1957 war ich nach einem Autounfall drei Monate lang Schmerzen ausgesetzt, die hinlänglich unangenehm waren, dass man mir täglich einen Morphinersatz namens "875" (Palfium) verabreichte. Am Ende dieser drei Monate war ich dann hinlänglich vergiftet, dass ein Aufenthalt in einer Spezialklinik geboten schien. Es wurde ein schneller Aufenthalt, aber in seinem Verlauf schrieb ich dieses Tagebuch, das ich neulich wiederfand. 

Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze
Mit Originalzeichnungen von Bernard Buffet
Anaconda Verlag, 2017
Erstmals erschienen: 1964
96 Seiten
ISBN-10: ‎3730604678
ISBN-13: ‎978-3730604670
Originaltitel: ‎Toxique