Sonntag, 25. Oktober 2026

Heilwig von der Mehden: Schön ist es auch anderswo... Wir gehen auf die Reise

Buchinfo
"Schön ist es auch anderswo..." sagte schon Wilhelm Busch, und wie recht er damit hatte, beweist der Strom von Menschen, der sich alljährlich in den Bayrischen Wald, ans Mittelmeer, ins Schwarze Afrika oder noch ganz woandershin ergießt. Und immer wieder erweist es sich, daß eine Reise gar nicht früh genug und sorgfältig genug geplant werden kann - am besten bereits auf einer Rückreise. Denn erfahrungsgemäß gibt es eine Menge Probleme: was muß - und darf - mit in den Koffer? Wollen wir wieder dorthin, wo es im vorigen Jahr geregnet hat? Kann man den Prospekten trauen? Und wer ist für die Reiseroute verantwortlich? Und ist man schließlich angelangt, dann gibt es Sonnenbrand und eisige Wellen, merkwürdiges Essen und harte Betten, schreckliche Reisebekanntschaften und schlechte Laune am dritten Ferientag. Aber weil es darüber hinaus auch ungetrübte Stunden mit blauem Meer und weißem Strand, mit großartigen fremden Städten und ehrwürdigen Burgen und Tempeln gibt, weil die Sonne wärmer scheint und die Sterne heller strahlen als zu Hause und weil wir endlich einmal aus dem Alltagstrott heraus sind, nun ja, deswegen planen wir bei der Heimreise wirklich schon wieder. Und hier wird davon erzählt, wie es einem so auf Reisen ergehen kann.

Buchbeginn
Eh einer eine Reise tut...
Das allerwichtigste an jeder Reise ist die sorgfältige Planung. Sogar eine Fahrt ins Blaue muß geplant werden, wenn man etwa die wichtigen Fragen bedenkt, wie weit das Blaue entfernt sein soll und ob man daselbst in Räuberzivil, in Bergstiefeln, in mondäner Abendgarderobe oder in exklusiven Bademoden einherwandeln will. 

Verlag Herder GmbH, 1983
Herderbücherei
127 Seiten
ISBN-10: ‏ 3451077140
ISBN-13: ‎ 978-3451077142  


 Heilwig von der Mehden

Samstag, 24. Oktober 2026

D. E. Stevenson: Stich ins Wespennest

Buchinfo
England in den 30er Jahren: In dem Dörfchen Silverstream sucht Barbara Buncle, eine unscheinbare Dame Anfang vierzig, nach Möglichkeiten, ihr bescheidenes Einkommen aufzubessern. Schließlich hat sie eine Idee: Sie wird ein Buch schreiben, und zwar – da Phantasie nicht ihre Stärke ist – über etwas, das sie kennt. Nämlich ihr eigenes Dorf und dessen Einwohner. Miss Buncle trifft ins Schwarze. Der Roman, publiziert unter dem Pseudonym John Smith, wird ein Bestseller. Doch die Sache hat einen Haken: Miss Buncles Schilderungen sind so authentisch, dass sich die Bewohner von Silverstream prompt wiedererkennen, und nicht alle sind glücklich. Bald dreht sich in dem Ort alles nur um eine Frage: Wer ist John Smith?

Buchbeginn
Frühstücksbrötchen
An einem herrlichen Sommermorgen spähte die Sonne hinter den Bergen von Silverstream hervor und schaute gnädig ins Tal. So früh war es noch, dass es eigentlich nicht viel zu sehen gab, außer ein paar Kühen auf den Weiden am Fluss. Gemächlich trotteten sie durch das üppige Gras hinauf zur Twelve Trees Farm, um gemolken zu werden, ihre Schatten tiefschwarz, befremdlich und unbeholfen, wie prähistorische Ungeheuer. Oben auf der Farm regte sich etwas, und aus dem Küchenschornstein stieg träge eine Rauchsäule empor.

Goldmann Verlag, 2013
352 Seiten
ISBN-10: ‎ 344247941X
ISBN-13: ‎ 978-3442479412
Originaltitel: ‎ Miss Buncle's Book, 1934

D. E. Stevenson
 

Freitag, 23. Oktober 2026

Anna Achmatowa

Achmatowa im Jahr 1922, gemalt von Kusma Petrow-Wodkin

Anna Andrejewna Achmatowa (eigtl. A.A. Gorenko) wurde am 23. Juni 1889 in Bolschoi Fontan bei Odessa geboren. Ihr Vater war Marineingenieur. In der Gegend von Petersburg verbrachte sie ihre Kindheit.

Sie war eine schlechte Schülerin. Allerdings schrieb sie schon mit 11 Jahren ihre ersten Gedichte. Als sie 16 war, zog die Familie nach Kiew und sie beendete dort das Gymnasium. Es folgte ein Jura-Studium an der Frauenhochschule Kiew, später in Petersburg Geschichte und Literatur.

Ihre Gedichte wurden seit 1907 von einigen Zeitungen veröffentlicht. Drei Jahre später heiratete sie Nikolaj S. Gumiljow (Gumilev), mit dem sie 1912 eine Italienreise unternahm. Die Achmatowa verbrachte 1910 und 1911 jeweils den Frühling in Paris. 1911 hat Modigliani ein Bild von ihr gemalt. Nach dem Zeugnis seiner Zeitgenossen hat ihr Ehemann ihre dichterische Begabung unterschätzt und war eifersüchtig auf ihre Erfolge. Die Ehe wurde unglücklich. Nach der Trennung erfolgte 1918 die offizielle Scheidung. Gumiljow kämpfte in der Weißen Armee. 1921 wurde er erschossen.

Anna Achmatowa zählte vor der Revolution zur Avantgarde der jungen russischen Dichtung. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Assyriologen Schiljeko verheiratet war, wurde ihr dann auch Volksfremdheit und Dekadenz vorgeworfen. Da sie in der Sowjetunion nichts mehr veröffentlichen durfte, erschienen ihre nächsten Werke in Berlin.
Sie lehnte sie eine Emigration mit ihrem 1912 geborenen Sohn ab, arbeitete in der Bibliothek eines Agronomischen Instituts und schlug sich als Übersetzerin durch. Ab Mitte der 20er Jahre widmete sie sich dem Studium der Architektur Alt-Petersburgs sowie des Lebens und Schaffens von Puschkin und schrieb darüber. Offenbar auf Fürsprache bedeutender Künstler wurden 1940 auf persönlichen Befehl Stalins ihre Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Zweite Weltkrieg brach aus. Anna Achmatowa erlebte ihn in Leningrad, wurde dann nach Moskau und später nach Taschkent evakuiert.
In den Gedichten der ersten Hälfte der 40er Jahre klangen patriotische Gefühle mit. Sie wurden damals gern gedruckt.

Nach Ende des Krieges begann erneut eine Kampagne gegen Achmatowa.
Von 1946-50 hatte Schreibverbot. Ihr Sohn, Professor für Orientalistik, wurde verhaftet und erst 1956 entlassen. Nachdem sie weiter für die Schublade schrieb, fanden sich in der Phase des "Tauwetters" immer öfter Zeitschriften zum Abdruck ihrer Verse bereit.

Der amerikanische Journalist Allan Murray Williams führte mit ihr 1961 ein Interview. Seine Kritik, dass 1958 und 1961 Gedichte von ihr in einer Auswahl herausgebracht wurden, die kein wahres Bild von ihrer Begabung vermitteln würden, wirkte sich günstig auf ihr weiteres Schicksal aus.

Anna Achmatowas Geburtstag wurde 1963 in der UdSSR gewürdigt. Sie erhielt den Ätna-Taormina-Preis 1964 und 1965 die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford. 1965 erfolgte eine umfassende Edition ihrer Dichtungen.

Nach langer Krankheit starb Anna Achmatowa am 5. März 1966 im Alter von 76Jahren in Moskau. Die Moskauer Blätter rühmten sie als überragende Künstlerin.

Quelle & Literatur
Wikipedia - https://pl.wikipedia.org/wiki/Anna_Achmatowa
Jelena Kusmina: Anna Achmatowa: Ein Leben im Unbehausten, übersetzt von Swetlana Geier
Nadeschda Mandelstam: Erinnerungen an Anna Achmatowa, Bibliothek Suhrkamp, hg. von Pavel Polian, übersetzt von Christiane Körner
 

Carola Stern: Der Text meines Herzens - Das Leben der Rahel Varnhagen

Buchinfo
Die Berliner Jüdin Rahel Levin-Varnhagen gehört zu den bedeutendsten Frauen des frühen 19. Jahrhunderts. In ihrem legendären Salon verkehrten Frauen und Männer, Adlige und Bürger, Dichter, Künstler, Militärs, Politiker. Sie stand in Kontakt mit den Großen ihrer Zeit, mit Goethe, Hegel, Leopold von Ranke, den Gebrüdern Humboldt, Heinrich Heine. Die Schriftstellerin und Journalistin Carola Stern entwirft in ihrer Biographie ein ganz persönliches Bild Rahels, zeichnet sie als "Handelnde und Planende", als Frau, die ihr Leben zu gestalten wußte.

Buchbeginn
Mag Mademoiselle Levin zuweilen auch an sich und an der Welt verzweifeln - sie weiß, daß ihre Briefe einem Kunstwerk gleichen, und sie will, daß dieses Kunstwerk nicht verlorengeht. "Und sterb' ich, schreibt sie einer Freundin, 1800 von Berlin aus nach Paris aufbrechend, "such' ,alle' meine Briefe ... von 'allen' meinen Freunden und Bekannten zu bekommen ... Es wird eine Original-Geschichte und poetisch."


Rowohlt, 1994
320 Seiten
ISBN-10: ‎ 3498062891
ISBN-13: ‎ 978-3498062897 

Carola Stern
 

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Barbara Bronnen: Am Ende ein Anfang

Charlotte umarmt Johannes mit beiden Armen, während seine Arme runterhängen. Dabei war er es doch, der darauf gedrängt hat, es nach dreißig Jahren noch einmal zu versuchen.
So lange ist es her, als Charlotte ihm gesagt hat, dass sie sich für den anderen entschieden hat. Nun begegnen sie sich auf einem Bahnhof wieder, ganz kurz nur. Und Johannes will diese Chance nutzen. Doch so schnell lässt sich Charlotte nicht überzeugen. Sie hat Bedenken. Hat noch nicht ganz mit dem Tod ihres Mannes abgeschlossen. Ist noch nicht bereit, ihre Wohnung aufzugeben. Hat Zweifel. Und hofft dann doch auch. Und auch Johannes hat in seinem Leben noch einiges zu klären.

Wir lernen Charlotte und Johannes durch ihre Briefe kennen. Briefe, die voller Leben, Liebe und auch Erotik stecken. Was?, wird mancher aufschreien, in diesem Alter? Ja, auch in diesem Alter noch.

Ein wunderschönes Buch, das ich an einem Tag durchgelesen habe.

Piper Taschenbuch, 2008
176 Seiten
ISBN-10: ‎3492250319
ISBN-13:‎ 978-3492250313 

Barbara Bronnen
 

Dienstag, 20. Oktober 2026

Vicki Baum: Flut und Flamme

Buchinfo
Die temperamentvolle Schriftstellerin läßt ihren Roman in Mexiko spielen. Dieses tropische Land mit seinen schwerblütigen Indios, mit seinen weißen Abenteurern, seinen Hafenstädten, seinen Küsten, dem Glanz und den Gefahren des Meeres bildet den farbigen Hintergrund einer erregenden Handlung. 
Captain Glenn Hammers, der die Offizierslaufbahn bei der Kriegsmarine quittierte, gibt sich einem zwar ruhelosen, aber ungebundenen Leben voller Freiheit hin; es ist ein wechselvolles Leben mit Höhen und Tiefen, in das zwei Frauen eintreten: Vida, die mexikanische Tänzerin aus der Hafenbar von Mazatlan, und Tracey Cowles, leidenschaftlich, reich, deren Jacht eines Tages vor der Küste der Haifischjäger erscheint.
Glenn ist fasziniert von dieser weißen Jacht, über die Tracey Cowles ihm das Kommando gibt; und er ist fasziniert von Tracy, um deretwillen er Vida verläßt. Auf geheimnisvolle Weise kommt Prinz Barany, Traceys Mann, ums Leben; Glenn macht sich von ihr frei. Er kehrt zu Vida zurück - neue Prüfungen, neue Lockungen warten auf ihn.

Buchbeginn
Eines Erzählers Weg ist gewöhnlich mit aufgegebenen Plänen gepflastert; und jeder Autor hat in irgendeiner Kiste einen ganzen Friedhof unvollendeter Manuskripte verborgen.
Bisweilen aber kommt es vor, daß ein schon fast vergessener Vorfall, nachdem er jahrelang als Stoff für eine Erzählung im Dornröschenschlaf gelegen hat, plötzlich zu neuem Leben erwacht und ganz von selbst anfängt, sein unvermeidliches und entscheidendes letztes Kapitel zu schreiben.

Bertelsmann, 1956
 

Montag, 19. Oktober 2026

Amalie Skram: Die Leute vom Hellemyr

Die Leute vom Hellemyr, Band 1: Sjur Gabriel
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Christel Hildebrandt

Buchinfo
"Der Hof hieß Hellemyr, das Felsenmoor, und den Namen trug er vollkommen zu Recht. Hier gab es nur Felsbrocken und sumpfigen Boden, eingegrenzt von den schwarzen nackten Bergen und dem dunkelgrünen Meer."

Amalie Skram (1846–1905) veröffentlichte 1887 mit "Sjur Gabriel" den Auftaktband ihres großen, vierbändigen Werks "Die Leute vom Hellemyr". Darin schildert sie das tägliche Leben der Bauersleute Sjur Gabriel und Oline, das geprägt ist von harter Arbeit und der Versorgung der zahlreichen Kinder – aber auch von Gewalt zwischen den Eltern und ständigen Alkoholeskapaden, die eine Flucht aus der Realität versprechen. Amalie Skram erzählt mit Sinn für die Feinheiten der ländlichen Dialekte und mit einer tief berührenden realistischen Schonungslosigkeit, die ihrer Zeit weit voraus war.

Buchbeginn
Auf den Felsen, nach dem altmodischen Längenmaß gerechnet eine halbe Meile nördlich von Bergen, lebte vor ungefähr sechzig Jahren ein Landmann namens Sjur Gabriel.
Sein Hof bot ein Bild des Jammers, die Felder schienen öd und unbestellt dazuliegen, und das Haus, in dem er wohnte war nicht größer als eine Kätnerhütte.


Die Leute vom Hellemyr, Band 2: Zwei Freunde
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Nora Pröfrock

Buchinfo
"Der Himmel war vom Meer nicht zu unterscheiden, alles war in dichte graue Schwaden gehüllt. Das Schiff taumelte wie ein Spielball zwischen den hohen Seen hin und her."

Amalie Skram (1846–1905) verfasste mit "Zwei Freunde" die Fortsetzung von "Die Leute vom Hellemyr". Sivert Jensen, der Enkel von Sjur Gabriel und Oline aus dem ersten Band, wird darin zur Hauptfigur. Er heuert als Schiffsjunge auf der ,Zwei Freunde' an und fährt zur See. In mitreißenden Szenen über Unwetter auf dem Meer und das Geschehen auf dem Schiff sowie im Hafen von Kingston auf Jamaika berichtet Amalie Skram von dem jugendlichen Sivert, der bis zur gegenüberliegenden Seite der Weltkugel segelt, ohne den Ballast seiner familiären Herkunft hinter sich lassen zu können.

Buchbeginn
Eines Nachmittags im August Anfang der Fünfzigerjahre kam eine bäuerlich gekleidete Frau den Ladegardsbakke bei Bergen hinaufgestakst.



Die Leute vom Hellemyr, Band 3: S. G. Myre
Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Nachwort von Gunnar Staalesen

Buchinfo
"Was hilfts,
dass wir für Tags aufstehn
Und auf uns laden Sorgen viel?"

Amalie Skram (1846–1905) legte 1890 den dritten Band ihres Großwerks vor: "S. G. Myre". Darin kehrt sie nach Bergen zurück, das zum Schauplatz alltäglicher familiärer und geschäftlicher Verstrickungen wird. In einem breiten Erzählpanorama wird das Treiben auf den Straßen ebenso lebendig ausgemalt wie die emotionalen Ausschläge des Liebeslebens ihrer Bewohner. Amalie Skram richtet ihren Blick auf alle sozialen Schichten, sowohl auf die Häuser der Konsuln und Großhändler als auch auf die armen Behausungen der Dienstmädchen und Lagerangestellten, und zeigt die Nöte, Träume und Enttäuschungen der ganzen Bergener Gesellschaft.

Buchbeginn
Tagsüber hatte Sivert immer viel zu tun. Er war nämlich vormittags als Laufjunge eingestellt und nachmittags als Hausbursche, jeweils beim Kaufmann Munthe, dem eine "stue" an der Tyskebrygge gehörte und der in einem zweistöckigen weißen Holzhaus in der Ovregate wohnte. Ursprünglich war Sivert ausschließlich als Hilfskraft für das Kontorpersonal eingestellt worden, aber da nach Erledigung der Arbeiten dort immer noch so viel Zeit übrig blieb, hatte Munthe begonnen, ihm nachmittags hoch in die Ovregate zu schicken. Dort sollte er nachfragen, ob sie in der Küche für ihn Verwendung hätten. Schon bald war es zur festen Regel geworden, dass er jeden Tag dort erschien, und an beiden Orten kam er so gut zurecht, dass er hier wie dort sehr gern gesehen war.


Die Leute vom Hellemyr, Band 4: Die nächste Generation
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Gabriele Haefs

Buchinfo
"Warum war er eigentlich geboren worden – er und seine Geschwister? Wäre es nicht besser für sie alle gewesen, nicht geboren worden zu sein?"

Amalie Skram (1846–1905) führt "Die Leute vom Hellemyr" im abschließenden Band von 1898 bis in die "nächste Generation", bis zu den Urenkeln von Sjur Gabriel und Oline, mit denen alles anfing. Auch hier sind die Standesgrenzen tief in die Lebensläufe eingemeißelt. Der Kampf um wirtschaftlichen Aufstieg und soziale Anerkennung bestimmt den Alltag der Ärmeren, und auch bei den Wohlhabenderen zählen emotionale Enttäuschungen und Lebensunglück zur Tagesordnung. Leise Hoffnung auf Besserung besteht in der jüngsten Generation, die Amalie Skram mit verständnisvoller Zuneigung und enormem Einfühlungsvermögen beschreibt.

Buchbeginn
"Wag das ja nicht, du Musterstängel", flüsterte in der Lateinstunde der Banknachbar Severin Myre zu einem dunkelhaarigen Jungen, dünn und schmächtig und mit selbstgenähter Kleidung. Lehrer Petersen hatte Severins lateinische Übersetzung gelobt und gesagt, er erwarte für das nächste Mal einen vollständig fehlerfreien Text. Severin saß mit rotem Gesicht bedrückt da, und die Jungen bedachten ihn mit verachtungsvollen Blicken.

Guggolz Verlag
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 28. Oktober 2022
Auflage ‏ : ‎ Erste
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 1200 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3945370388
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3945370384
Originaltitel ‏ : ‎ Hellemyrsfolket, 1887, 1888, 1890, 1898