Samstag, 10. Januar 2026
Vicki Baum: Der große Ausverkauf
Buchinfo
Liebe und Intrigen im New York der 1930er: Nina und Erik arbeiten in einem großen Kaufhaus und schmieden Hochzeitspläne, als die ruchlose Lilian Erik verführt und in die Unterwelt zieht. Als Erik nach einem Einbruch im Gefängnis landet, reicht es selbst der sonst so sanftmütigen Nina. In der Konfektionsabteilung des Zentral-Warenhauses kommt es zum Showdown zwischen den beiden so unterschiedlichen Frauen …
Buchbeginn
"Du lieber Gott!", dachte Nina und schaute der Gestalt entgegen, die fünf Minuten vor sechs Uhr bei der Glastüre hereinkam, die das neue Gebäude vom alten und die Lebensmittelabteilung von den Porzellanwaren trennte. Was die Lebensmittel betraf, so war dort heute Fischtag gewesen, Einheitspreis, jede Sorte das Pfund zu zwanzig Cent; man roch es durch das ganze Stockwerk.
Somerville & Ross: Durch Connemara: Mit dem Eselskarren in Irland
Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Elvira Willems
AvivA, 2022
Buchinfo
Hinter dem Schreibduo »Somerville & Ross« verbergen sich die beiden irischen Großcousinen Edith OEnone Somerville (1858–1949) und Violet Florence Martin alias Martin Ross (1862–1915), die mit großem Erfolg Romane, Reisebücher, Kurzgeschichtensammlungen und zahlreiche Artikel und Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften schrieben. In dem 1893 erschienenen Bericht ihrer Reise durch Connemara bürsten sie das Bild Irlands als pittoreske Idylle gnadenlos gegen den Strich, voller Humor, mit großem Interesse und aufmerksamem Blick für das Kuriose und Außergewöhnliche, verfasst in einem wunderbar lakonischen, selbstironischen Stil. Die Autorinnen verbinden eine Leichtigkeit und eine leise Ironie im Tonfall mit messerscharfer Beobachtungsgabe und einer stimmigen Abbildung sozialer und politischer Verhältnisse. Ihr amüsanter Reisebericht ist zugleich eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit den gewaltigen politischen und sozialen Umbrüchen in Irland zum Ende des 19. Jahrhunderts. Herausgegeben, erstmals ins Deutsche übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Elvira Willems.
Buchbeginn
Mitte Juni letzten Jahres fuhren meine Großcousine und ich für zehn Tage nach London, und wir blieben ganze drei Wochen dort, denn wir warteten auf einen schönen Tag.
Wir sind Irinnen, und sämtliche Engländer, mit denen wir bis dato in Kontakt gekommen waren, hatten uns ausnahmslos eingeschärft, solange wir noch nie in England gewesen seien, könnten wir einfach nicht wissen, was schönes Wetter sei. Vielleicht hatten wir ja eine schlechte Zeit erwischt, in der das Wetter, genau wie die Läden, Ausverkauf machte.
Willa Cather: Meine Antonia (1918)
Anaconda, 2023
Buchinfo
Nebraska, die Prärie der Great Plains: Hier lebt das Mädchen Antonia, seit sie mit ihrer Familie aus Böhmen in die USA eingewandert ist. Die mühevolle Existenz als Siedler schmeckt nicht jedem, doch die zupackende Antonia liebt die Weite und Ursprünglichkeit der Landschaft und erschafft sich allen Widrigkeiten zum Trotz ihr ganz eigenes Stück neue Heimat. Davon erzählt in der Rückschau ihr Jugendfreund Jim Burden, der eines Tages loszog, sein Glück in den Städten der Ostküste zu suchen. Dieser Roman rund um eine starke junge Frau voller Pioniergeist ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur.
Buchbeginn
Das erste Mal hörte ich von Antonia während einer schier endlosen Reise durch die riesigen Ebenen Nordamerikas. Ich war damals zehn Jahre alt; innerhalb eines Jahres hatte ich Vater und Mutter verloren, und meine Verwandten in Virginia hatten mich zu meinen Großeltern geschickt, die in Nebraska lebten. Ich reiste in der Obhut von Jake Marpole, einem Jungen aus den Bergen und Gehilfen auf der Farm meines Vaters am Fuß der Blauen Berge, der nun nach Westen fuhr, um für meinen Großvater zu arbeiten. Jake hatte noch nicht viel mehr von der Welt gesehen als ich. Bis zu jenem Morgen, an dem wir uns aufmachten, unser Glück in einer neuen Welt zu versuchen, war er noch nie mit dem Zug gefahren.
Freitag, 2. Januar 2026
Deborah Hopkinson: Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte - Jane Austen
Illustriert von Qin Leng
Buchinfo
Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Jane Austen eine der brillantesten Schriftstellerinnen aller Zeiten ist. Deswegen wird es dich bestimmt überraschen, dass Jane als Kind ein einfaches Leben führte. Sie wohnte mit ihren sieben Geschwistern in einem turbulenten Haushalt, beobachtete die Welt und las so viel sie konnte. Denn Jane liebte Bücher!
Aber am liebsten erfand sie ihre eigenen Geschichten. Tief in ihrem Herzen hatte Jane einen großen Traum: Sie wollte Schriftstellerin werden. Das war für junge Frauen zu jener Zeit gar nicht so einfach. Doch Jane gab nicht auf...
Heute, 250 Jahre später, kennen Menschen auf der ganzen Welt ihre Geschichten.
Zitat
Geschichten zum Lesen gab es genug.
Die Bibliothek ihres Vaters umfasste fünfhundert Bücher (fast alle von Männern geschrieben).
Jane, die nur wenige Jahre in eine Schule gehen konnte, machte die Bibliothek zu ihrem Klassenzimmer.
Sie verschlang alles,
von Geschichtsbüchern über Gedichte bis hin zu Biografien, aber am meisten liebte sie Romane.
Alexandra Harris: Virginia Woolf
1907, im Alter von fünfundzwanzig Jahren und als Schriftstellerin, die noch nichts veröffentlicht hatte, musste sich Virginia Stephen noch alles beweisen. Sie sah sich an eine Weggabelung gekommen: „Ich werde entweder unglücklich oder glücklich sein, mich wortreich und sentimental verbreiten oder aber ein solches Englisch schreiben, dass die Seiten einmal Funken sprühen.“ Und Virginia Woolfs Prosa hat Funken geschlagen, vielleicht brennt sie heute sogar heller denn je. Alexandra Harris erzählt die Geschichte einer jungen Frau mit Notizbuch, die zu einer der größten Schriftstellerinnen aller Zeiten wurde. Virginia Woolfs Leben war in jedem Augenblick intensiv; es war mutig, unabhängig von Konventionen und von psychischem Leid gezeichnet. Die Biografie wirft Schlaglichter auf die einschneidenden Ereignisse dieses Lebens, zeichnet die künstlerische Entwicklung Woolfs nach und gibt Einblick in ihre Gedankenwelt. Sie führt uns von einer strikt getakteten viktorianischen Kindheit zur geistigen und künstlerischen Freiheit der Bloomsbury-Boheme und zu den immer neuen schriftstellerischen Herausforderungen, denen sich Virginia Woolf mit Leidenschaft hingibt. Diese fachkundige und hochspannende Einführung in das Leben und Schaffen Virginia Woolfs betrachtet jeden Roman im Kontext seiner Entstehung und führt uns vor Augen, warum diese einzigartige Autorin noch siebzig Jahre nach ihrem Freitod durch unsere Gedanken spukt und uns inspiriert.
Buchbeginn
Viktorianer: 1882-1895
Als Virginia Stephen im großen elterlichen Schlaffenster im ersten Stock des Hauses Hyde Park Gate Nummer 22 in Kensington zur Welt kam, lebten dort bereits sehr viele Menschen. Ihre Eltern, Julia und Leslie Stephen, hatten beide Kinder aus einer früheren Ehe. Gerald und George waren Julias Söhne aus ihrer Verbindung mit Herbert Duckworth; die beiden verbrachten zwar den Großteil des Jahres im Internat, wurden aber bei Ferienbeginn immer tränenreich empfangen.
Elke Heidenreich: Wo Frauen schreiben
"Alles wird notiert, Ideen, Gedanken, einzelne Wörter, Sätze, und manchmal - hui - eine ganze Geschichte." - Elke Heidenreich
Welches Lebensgefühl strahlen die Schreibrefugien von Frauen aus, und wie färben diese auf ihr Leben und Schreiben ab?
Dieses Buch bietet erhellende Einblicke für alle, die sich für die lebendige Welt der Buchstaben interessieren. Es zeigt Bilder der Lebensräume von Frauen, ihre Orte, wo sie beim Schreiben ihr ganz eigenes Glück finden.
Buchbeginn
Elke Heidenreich
Das Glück am eigenen Schreibtisch
Eigentlich ist die Frage ja nicht nur, wo, sondern wie Frauen ihre Bücher schreiben. Früher war das eine Sache von Tinte und Papier. Dazu braucht man einen festen Tisch für's Tintenfass, eine Unterlage für das Papier, sowas ließ sich in Postkutschen und auf Reisen nicht gut machen. Wahrscheinlich schrieben Frauen in der Küche, waren sie begütert, im Salon, sonst in ihrem Schlafzimmer - auf dem Bett, wie die kranke Colette? Oder stand da ein Schreibtisch?
Zitat
"Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste." - Herta Müller
Samstag, 20. Dezember 2025
Selma Lagerlöf: Geschichten zu Weihnachten
Herausgegeben von Johannes Rougnon
Aus dem Schwedischen übersetzt von Marie Franzos
Petersberg Verlag 2022
Buchinfo
Ein Klassiker in geschmackvoller nostalgischer Aufmachung, im hochwertigen Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen.
Selma Lagerlöf gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen Schwedens. Mit ihrem Klassiker „Die Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ verfasste sie ein populäres und fantasievolles Kinderbuch, das Schülerinnen und Schülern die Heimat näherbringen sollte. Zu ihren Werken zählen neben einigen Romanen auch zahlreiche Erzählungen. Für diesen Band wurden die schönsten Weihnachts- und Wintererzählungen zusammengestellt. Lassen Sie sich verzaubern von einer sagenhaften Welt, in der Versöhnung und die Liebe einen großen Stellenwert haben und zum Nachdenken einladen. Die einmaligen und schönen Erzählungen von Selma Lagerlöf beschreiben das einfache Leben in ländlicher Abgeschiedenheit im tief verschneiten Norden, das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Vorfreude aufs Weihnachtsfest und wecken die Erinnerungen an eine glückliche Kindheit. Das ansprechend und weihnachtlich gestaltete Lese- und Vorlese-Buch ist nicht nur ein ideales Geschenk für Familie und Freunde, sondern auch eine Bereicherung für die langen, gemütlichen Abende während der Advents- und Feiertage.
Buchbeginn
Der Weihnachtsmorgen
Als das kleine Mädchen ein Jahr alt war, nahm sie Jan Andersson am Weihnachtsmorgen mit in die Kirche zur Christmette. Seine Frau meinte freilich, das Kind sei doch noch recht klein, um schon in die Kirche mitgenommen zu werden, auch fürchtete sie, es könnte sich wieder so ungebärdig anstellen wie damals beim Impfen. Aber Jan setzte seinen Willen durch, weil es ja nicht gegen die Sitte verstieß, wenn kleine Kinder mit zur Weihnachtsmette genommen wurden.





