Dienstag, 29. September 2026

Agatha Christie: 16 Uhr 50 ab Paddington

Buchinfo
Miss Marples berühmtester Fall
Es gibt eine Zeugin für den Mord in der Eisenbahn, doch keine Leiche: Wo kein Opfer, da kein Täter. So nimmt denn auch niemand die Aussage ernst, die die nette ältere Dame über den Mord in einem vorbeifahrenden Zug macht. Bis auf die unverwüstliche Miss Marple, die die geheimnisvollen Fäden entwirrt und den Täter überführt.

Buchbeginn
Keuchend folgte Mrs. McGillicuddy dem Gepäckträger, der ihren Koffer über den Bahnsteig trug. Mrs. McGillicuddy war klein und beleibt, der Gepäckträger war groß und machte weit ausgreifende Schritte. Mrs. McGillicuddy war zudem mit etlichen Paketen beladen, den Früchten der Weihnachtseinkäufe eines ganzen Tages. Es war daher ein ungleiches Rennen, und der Gepäckträger verschwand schon um die Ecke am Ende des Bahnsteigs, als Mrs. McGillicuddy noch die Gerade entlang hastete.

Zitat
Jedermann in St. Mary Mead kannte Miss Marple; auf den ersten Blick verhuscht und flatterig, aber in Wirklichkeit mit allen Wassern gewaschen.

Fischer Taschenbuch, 2013
272 Seiten
ISBN-10: ‎3596904978
ISBN-13: ‎978-3596904976
Originaltitel: ‎4.50 from Paddington 

 

Samstag, 26. September 2026

Elke Heidenreich: "Ach, eine Fanfare!". Liebesbekenntnisse zu Schriftstellern

Buchinfo
Dass Elke Heidenreich Literatur liebt, ist kein Geheimnis. Wie es ihr immer wieder gelingt, ein Millionenpublikum dafür zu begeistern, schon eher. In diesem Buch versammelt sie ihre schönsten Erinnerungen an Lektüren, die ihr im Leben besonders wichtig wurden. Als Teenagerin verfiel sie der dunklen Lyrik Gottfried Benns, wie sich Klugheit und Leidenschaft verbinden, erfuhr sie bei Simone de Beauvoir, Dylan Thomas feiert sie für seine verschwenderische Lebensgier, die sie selbst gut kennt. Sie verneigt sich vor großen Schriftstellerinnen wie Ruth Klüger. Und sie erinnert sich an einzigartige Künstler, die ihr zu engen Freunden wurden, wie Tomi Ungerer. Eine enthusiastische Leserin, die funkelnde Geschichten über eine lebenslange, große Liebe erzählt.

Buchbeginn
"Ach, eine Fanfare..."
Über Gottfried Benn

Ich tauche auf aus elf Stunden und neun Minuten mit der Stimme Gottfried Benns. Ich tauche auf aus meinem eigenen Leben.



Zitat

"Vicki Baum war eine Kämpferin: was für eine Kraft, immer wieder neu anzufangen, nie aufzuhören zu kämpfen, zu lieben, aber eben auch spöttisch zu bleiben - und sich niemals von Lob vereinnahmen zu lassen."


Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2026
Mit einem Vorwort von Elke Heidenreich
256 Seiten
ISBN-10: ‎3446288341
ISBN-13: ‎978-3446288348  

Montag, 24. August 2026

Pause


 Ihr Lieben,

aus gesundheitlichen Gründen muss ich leider pausieren. Auf jeden Fall bis Ende September; danach muss ich schauen, wie es mir geht. Ich hoffe, ihr haltet uns trotzdem die Treue. Es wird auf jeden Fall weitergehen.

 

Liebe Grüße,

Anne-Marit

Samstag, 22. August 2026

André Heller: Uhren gibt es nicht mehr. Gespräche mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr

Buchinfo
Worauf kommt es an im Leben? 102 Jahre alt ist Elisabeth Heller, und langsam, so sagt sie in den Gesprächen, die sie mit ihrem Sohn André in den vergangenen Monaten geführt hat, geht es ans Verabschieden. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame, die geboren wurde, als der Erste Weltkrieg ausbrach, und die mit gerade 19 den Süßwarenfabrikanten Stephan Heller heiratete. Ein anderes Mal wünscht sie sich, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“ und erzählt dann munter über einen Selbstmordversuch aus Liebe und über Lehár am Klavier in Bad Ischl. Ein kleines Buch von großer Weisheit, würdevoll, poetisch, komisch. Und das Dokument einer späten Liebe und großen Offenheit zwischen Mutter und Sohn.

 

"Ein Buch voller Liebe, Wärme und Erinnerungen. Zum Weinen schön."
Elke Heidenreich

Buchbeginn
"Da kommt noch etwas Wichtiges"

Meine Mutter ist die tapferste Person, die ich jemals so genau kennenlernen durfte. Noch vor zwei Jahrzehnten hätte ich eine solche Behauptung nicht niedergeschrieben. Mindestens fünfzig Jahre erlebte ich sie, neben sehr viel Qualitätsvollem und Schönheitsgeladenem, das sie für mich bedeutet hat, als erstaunlich opportunistisch, stets bereit, dem jeweils Mächtigsten oder Auftrumpfendsten in einer Gesprächsrunde recht zu geben und Konflikten, wenn irgend möglich, aus dem Weg zu gehen.

Zitat
So viel Schaden kommt von den Menschen. Sie trampeln über alles drüber, auch über sich selbst.

Elisabeth Heller


btb Verlag, 2018
112 Seiten
ISBN-10: ‎3442716985
ISBN-13: ‎978-3442716982 

Freitag, 21. August 2026

Irene Solà: Singe ich, tanzen die Berge

Buchinfo
Gewitterwolken schürfen über den Rücken der Pyrenäen und ein Blitz erschlägt den dichtenden Bauern Domènec, dessen junge Frau Sió mit ihrem Schwiegervater und ihren Kindern allein zurückbleibt. Doch das Leben geht weiter. Teilnahmslos beobachten die Berge das Werden und Vergehen derer, die dort leben. Die junge katalanische Schriftstellerin Irene Solà, die für diesen Roman 2020 mit dem Europäischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erschafft und belebt eine vielstimmige und poetische Welt, erzählt durch starke Frauen und mystische Stimmen von Großeltern, Eltern, Kindern, Tieren, Geistern, dem Wald und den Wolken. Sie alle bilden diese Geschichten, die auf eine schöne und magische, aber auch tragische Art und Weise miteinander verbunden sind. Alle vereint im Kreislauf von Geburt, Leben und Tod. Solà erzählt die Geschichte der Berge, die die Erinnerung an Jahrhunderte, an geologische Epochen, politische Konflikte und die Verbindung mit der Natur umfasst.

Mit über 46.000 verkauften Exemplaren wurde das Buch in Spanien zum Bestseller. Es wurde in zwanzig Sprachen übersetzt.

Buchbeginn
Wir kamen mit vollen Bäuchen. Prallvoll. Schwarze Leiber, schwer von dunklem, kaltem Wasser und Blitz und Donner. Wir kamen vom Meer und von anderen Bergen und wer weiß woher noch und hatten wer weiß was gesehen. Wir schrammten den Fels auf dem Gipfel, wie Salz, damit nicht einmal mehr Unkraut dort gedieh. Wir gaben den Gebirgskämmen und Äckern, dem Glanz der Flüsse und den himmelwärts gerichteten Augen ihre Farbe. Als die Tiere uns kommen sahen, verkrochen sie sich in ihre Höhlen und zogen die Köpfe ein oder reckten die Schnauzen und witterten den nahenden Geruch von feuchter Erde.

Trabanten Verlag Berlin, 2022
Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann
208 Seiten
ISBN-10: ‎3986970002
ISBN-13: ‎978-3986970000
Originaltitel: ‎Canto jo i la muntanya balla 
 

Donnerstag, 20. August 2026

Agatha Christie: Das Geheimnis der Goldmine

Klappentext
Ein Miss-Marple-Krimi
Es ist nicht alles Gold
Die Teestunde ist Mr. Rex Fortescue heilig. Wie jeden Morgen trägt seine Privatsekretärin das Tablett ins Allerheiligste, als brächte sie ein Opfer dar. Nach wenigen Schlucken windet sich der Goldminenbesitzer in heftigen Krämpfen und stirbt. In seinen Jackentaschen findet die Polizei - Getreidekörner. Nur Miss Marple kann sich auf diese Seltsamkeit einen Reim machen...

Buchbeginn
Miss Somers war an der Reihe, den Tee zu kochen. Miss Somers war die zuletzt eingetretene und mit Abstand am wenigsten brauchbare Schreibkraft im Büro. Sie war nicht mehr ganz jung, und ihr Gesicht hatte den sanftbesorgten Ausdruck eines Schafes. Das Wasser hatte noch nicht ganz gekocht, als Miss Somers den Tee aufgoss - die arme Miss Somers war sich nie ganz sicher, wann das Wasser kochte. Das war nur eine der vielen Sorgen, die ihr das Leben schwer machten.

Fischer Taschenbuch, 2013
Aus dem Englischen von Milena Moser
320 Seiten
ISBN-10: ‎3596511720
ISBN-13: ‎978-3596511723
Originaltitel: ‎A Pocket full of Rye 

 

Mittwoch, 19. August 2026

Felicitas von Reznicek: Shiva und die Nacht der 12

Buchbeginn
Einsam liegt der Gang im ersten Stock jenes Gebäudes, das in kurzer Zeit zur größten Zentrale kriminalpolizeilicher Ermittlungen Europas geworden ist. Wer daran vorübergeht, der sieht mit halb neugierigen, halb erschreckten Blicken auf den gewaltigen Häuserkomplex, in dessen Zimmern viele Männer und Frauen arbeiten, um verübte Verbrechen aufzuklären und vor allen Dingen wenn irgend möglich, neue zu verhüten. Das Volk hat schon begonnen, den riesigen Gebäudekomplex mit Namen zu belegen. Die einen sagen nach althergebrachter Sitte: ,Der Kriminal', die Verbrecher nennen es, mit besonderer Bezugnahme auf die chemischen Laboratorien, ,Ganovenküche'.

Hermann Hilliger Verlag Berlin-Grunewald und Leipzig, 1943
222 Seiten

Die deutsch-britische Schriftstellerin und Alpinistin Felicitas von Reznicek (18. Januar 1904 - 27. Februar 1997) trug den Titel Baronin und schrieb auch unter dem Pseudonym Paula Felix. Beim Ullstein-Verlag lernte sie ihr Handwerk als Journalistin, war auch bei verschiedenen Berliner Zeitungen tätig und schrieb bald Sachbücher und Belletristik.