Das Cover ziert ein Selbstbildnis von Charlotte. Ernst schaut sie darauf aus. Ein schönes Leben hat sie aber auch nicht gehabt.
Als ich das Buch aufschlug, habe ich mich gewundert: Verse? David Foenkinos hat seine ganz eigene Art, über das Leben der Charlotte Salomon zu schreiben. Er erklärt es, und dann passt es auch. Ich empfinde jeden Satz wie in Stein gemeißelt. Keine Schnörkel. Nur, worauf es ankommt.
Zu Beginn erfahre ich, wie sich Charlottes Eltern kennengelernt haben. Als sie dann geboren wurde, bekam sie den Namen ihrer Tante Charlotte, Schwester ihrer Mutter, die von der Brücke ins eisige Wasser sprang und einen qualvollen Tod starb.
Als Charlotte neun ist, bringt sich ihre Mutter um, springt aus dem Fenster. Es liegt wohl in der Familie.
Das erste Weihnachtsfest ohne die Mutter. Charlotte spielt ein bisschen Theater, damit es nicht ganz so traurig ist.
Es ist 1930, der Vater lernt die Konzertsängerin Paula kennen und als er Charlotte eröffnet, dass sie heiraten werden, ist diese glücklich. Und mit Paula zieht Leben in die Wohnung. Kunst und Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Erich Mendelsohn oder Albert Schweitzer. Charlotte wird zur leidenschaftlichen Leserin: Goethe, Hesse, Remarque, Nietzsche und Döblin verschlingt sie regelrecht.
Doch sie hat keine Freunde. Nur Paula.
1933. Ein Jahr, bevor Charlotte ihr Abitur machen kann, muss sie die Schule verlassen. Der Hass gegen die Juden schlägt Wellen. Paula darf nicht mehr auftreten. Die vom Vater erbrachten medizinischen Leistungen werden nicht mehr abgerechnet. Bücher werden verbrannt.
Doch immer noch halten einige an dem Glauben fest, dass alles schnell vorbei geht. Doch Charlotte, jung wie sie ist, glaubt nicht daran.
"Das sind nicht ein paar Spinner, das ist ein ganzes Volk.
Das Land wird von einer gewalthungrigen Meute regiert."
In dieser Zeit entdeckt Charlotte ihre Liebe zur Malerei. Die Großeltern nehmen sie mit nach Italien, wo sie die Berufung zur Künstlerin spürt.
Zurück in Deutschland holt sie die Wirklichkeit ein. Die Großeltern verlassen das Land.
Warum glauben so viele zu dieser Zeit immer noch, dass alles gut wird?
Charlotte schafft es, an der Staatsschule für Freie und Angewandte Kunst zu studieren.
Und dann erfahren wir vom Autoren, wie er Charlotte gefunden hat. Und wie er gegrübelt hat, über sie zu schreiben:
"Dann fing ich an, mir Notizen zu machen.
Notizen über Notizen, jahrelang.
Ich blätterte dauern in meiner Ausgabe von Leben? Oder Theater?
Charlotte fand in meinen anderen Romanen Erwähnung.
Ich saß immer da und wollte dieses Buch schreiben.
Aber wie?
Durfte ich selbst darin vorkommen?
Konnte ich aus Charlottes Geschichte einen Roman machen?
Welche Form sollte das Ganze annehmen?
Ich schrieb, löschte, kapitulierte.
Ich brachte keine zwei Zeilen zu Papier.
Nach jedem Satz geriet ich ins Stocken.
Es ging einfach nicht weiter.
Das war körperlich beklemmend.
Ich verspürte beständig das Verlangen, eine neue Zeile zu beginnen.
Um durchatmen zu können.
Irgendwann begriff ich, dass ich das Buch genau so schreiben musste."
Die Lage wird immer brenzliger. Kristallnacht. Der Vater wird abgeholt. In ein Lager gebracht und kommt nach Wochen wieder nach Hause. Paula kennt noch einige Leute, die ihr wohlgesonnen sind. Doch er ist kaum mehr zu erkennen.
Charlotte soll zu den Großeltern nach Frankreich. Sie brauchen lange, um sie zu überzeugen. Und sie gibt nur widerstrebend nach und verlässt das Land und ihren Liebsten Albert.
Doch auch in Frankreich marschiert der Feind ein. Um nicht verrückt zu werden, malt Charlotte. Malt ihr ganzes Leben. Und dann, bevor es zu spät ist:
"Nun steht Charlotte vor Moridis' Tür.
Sie läutet.
Der Doktor selbst macht ihr auf.
Ah... Charlotte, sagt er.
Sie erwidert nichts.
Sie schaut ihn an.
Und hält ihm ihren Koffer hin.
C'est toute ma vie, sagt sie schließlich."
Mordis haben wir es zu verdanken, dass wir diesen Satz kennen.
C'EST TOUTE MA VIE.
Das ist mein ganzes Leben.
Charlotte lernt Alexander kennen. Eine neue Liebe? Sie wächst nur sehr langsam. Und sie wird schwanger.
Die beiden heiraten und leben in der Villa L'Ermitage. Doch sie werden denunziert. Ein Anruf bei einem der grausamsten SS-Männer, Alois Brunner, ging ein und verrät die junge deutsche Jüdin.
"Der Lastwagen fährt leise vor.
Die Soldaten haben die Scheinwerfer abgeblendet.
Dann betreten sie von zwei Seiten den Garten.
Charlotte kommt gerade aus dem Haus.
Sie läuft den Soldaten regelrecht in die Arme.
Die Männer greifen zu, packen Charlotte am Arm.
Sie schreit aus vollem Hals.
Schlägt um sich, will weglaufen.
Einer der Männer zieht sie heftig an den Haaren.
Und tritt sie in den Bauch.
Charlotte fleht um Gnade, sie sei doch schwanger.
Ich bitte Sie, lassen Sie mich gehen.
Den Männern ist das vollkommen egal."
Eingepfercht in einem Zug kommen Charlotte und Alexander in dem Durchgangslager Drancy an, dem Wartezimmer des Todes.
Dann müssen sie wieder in einen Zug. Drei Tage später sind sie am Ziel. Über einem Eingangstor ist zu lesen: Arbeit macht frei.
Bei der Registrierung werden Charlotte und Alexander getrennt. Alexander bricht nach drei Monaten tot zusammen.
Für Charlotte bleibt der Weg in die Duschbäder.
Und ich? Ich sitze hier und weine und weiß nicht, wohin mit meiner Wut.
Aber Charlotte hat ein Platz in meinem Herzen.
Buchinfo
"Das ist mein ganzes Leben" - mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten 1942 einen Koffer voller Bilder. Sie sind im französischen Exil entstanden und erzählen, wie sie als kleines Mädchen nach dem Tod der Mutter das Alleinsein lernt, während sich ihr Vater, ein angesehener Arzt, in die Arbeit stürzt. Dann die Jahre, in denen das kulturelle Leben wieder Einzug hält bei den Salomons, mit der Stiefmutter, einer berühmten Sängerin; man ist bekannt mit Albert Einstein, Erich Mendelsohn, Albert Schweitzer. Charlotte beginnt zu malen, und es entstehen Bilder, in denen das einzelgängerische, verträumte Mädchen sein Innerstes nach außen kehrt, Bilder, die von großer Begabung zeugen. Doch 1933 ergreift der Hass die Macht, und bald ist in Charlottes Leben nichts mehr, wie es einmal war.
Buchbeginn
An einem Grabstein lernt Charlotte ihren Namen lesen.
Es hat also schon eine andere Charlotte vor ihr gegeben.
Ihre Tante, die Schwester ihrer Mutter Franziska.
Charlotte und Franziska waren ein Herz und eine Seele.
Bis zu einem Abend im November 1913.
Die beiden Schwestern singen, tanzen und lachen zusammen.
Sie treiben es nicht allzu wild.
Es geht bei diesen Glücksbestrebungen gesittet zu.
Das hat vielleicht auch mit der Persönlichkeit des Vaters zu tun.
Einen Kunst- und Antiquitätenliebhaber, einem steifen Intellektuellen.
Er hat nichts anderes als römische Staubkörner im Sinn.
Die Mutter ist von eher sanftmütiger Natur.
Doch in ihrer Sanftmut liegt etwas Trauriges.
Ihr Leben war eine einzige Aneinanderreihung von Katastrophen.
Davon wird wohl besser später die Rede sein.
Samstag, 4. April 2026
David Foenkinos: Charlotte
Freitag, 3. April 2026
Emily Brontë: Die Sturmhöhe
Vor Jahrzehnten sah ich nachts mal eine Schwarz-weiß-Verfilmung, ohne zu wissen, dass es sich um eine Literaturverfilmung handelte.
Es ist eine sehr düstere Geschichte, brutal und irgendwie am menschlichen Abgrund. Der einzig positiv denkende Mensch ist Ellen, die Erzählerin.
Aber obwohl es so deprimierend ist, war ich trotzdem gefangen von der Geschichte und wartete auf den Hoffnungsschimmer, der am Ende noch kommen sollte. Er hat sich dann zwar noch eingestellt, aber zu welchem Preis. Wie viele Menschen wurden erniedrigt, unglücklich gemacht.
Buchinfo
In der Abgeschiedenheit der rauen Moorlandschaft Yorkshires spielt sich das Drama zwischen dem zügellosen und aufbrausenden Heathcliff und der willensstarken und temperamentvollen Catherine ab, die sich über Stand, Moral und Zeit hinweg lieben und sich in einen unaufhaltsamen Strudel aus Leidenschaft und Zerstörung reißen.
Wild, düster, leidenschaftlich: Bis heute ist Emily Brontës zeitlose Liebesgeschichte – im Original Wuthering Heights – eines der mitreißendsten und weltweit meistgelesenen Werke der englischen Literatur.
Buchbeginn
1801. Ich bin gerade von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt - diesem einsamen Nachbarn, der mir zu schaffen machen wird.
Donnerstag, 2. April 2026
Tanja Kinkel: Wahnsinn, der das Herz zerfrisst
Erfahren habe ich aber erst in diesem Buch, warum Byron in Italien war oder sich auch ansonsten in seinen letzten Jahren im Ausland aufhalten musste: Er hatte eine Liebesbeziehung zu seiner Halbschwester Augusta. Und wenn ich mich recht erinnere, stand darauf im damaligen England die Todesstrafe.
Als er aus England floh, ließ er Augusta mit fünf Kindern zurück. Und was ihn mir absolut unsympathisch macht, ist, dass er seine Gefühle zu ihr in seinen Werken thematisierte, sodass Augusta in England einen ziemlich schweren Stand hatte.
Eigentlich werde ich bei Büchern, die mir besonders gut gefallen, am Ende immer langsamer mit dem Lesen, weil ich die Geschichte noch nicht verlassen möchte.
Hier war es das Gegenteil. Fast atemlos las ich dem Ende entgegen, um zu erfahren, was aus Augusta geworden ist.
Buchinfo
Seine Zeitgenossen umlagerten ihn, Goethe war von ihm fasziniert, und Chateaubriand beneiden ihn um Erfolg und Anerkennung. Sein Privatleben wurde von der sensationslüsternen Öffentlichkeit verfolgt. Aber nur von einem Menschen fühlte sich der berühmte englische Dichter Lord Byron wirklich verstanden: von seiner fünf Jahre älteren Halbschwester Augusta Leigh. Er liebte sie. Im puritanischen England war indessen kein Raum für diese Beziehung. Byrons Schicksal war eine unstete, lebenslange Wanderschaft durch Europa.
Buchbeginn
Zehn Tage vor ihrem Tod reiste Augusta Leigh mit dem Zug nach Brighton, um ihre Schwägerin Annabella zu besuchen. Augustas Tochter Emily, die dieses Zusammentreffen arrangiert hatte, stand dem Unternehmen mit großer Skepsis gegenüber. "Hältst du es wirklich für vernünftig, Mamee?" fragte sie, während sie ihre Mutter zum Bahnhof brachte. "Ich meine, glaubst du nicht, daß sie noch immer... noch immer..." Es war weder Emilys Art, ihre Sätze unvollendet zu lassen, noch hegte sie für gewöhnlich Zweifel an Dingen, die sie selbst eingefädelt hatte, so daß Augusta das Ausmaß ihrer Befürchtungen erkennen konnte.
Dienstag, 24. März 2026
Christian Grawe: "Darling Jane" - Jane Austen - Eine Biographie
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Buchinfo
Elizabeth Bennett, Emma und natürlich Mr Darcy – die Lieben und Leiden der Figuren aus Jane Austens Werken sind bekannt. Doch was weiß man über die Frau, die sie erschuf?
Die Biographie des Literaturwissenschaftlers und Austen-Experten Christian Grawe bietet eine lebendige Darstellung von Austens Leben und entwirft zugleich ein Gesamtbild des sozialen, politischen und literarischen Umfelds um 1800, das den Hintergrund der Romane bildet.
Buchbeginn
Erstes Kapitel
Steventon 1775-1801
Janes Lebenszeit (1775-1817) umfasst eine der ereignisreichsten und turbulentesten Epochen der europäischen Geschichte. In dieser Zeit wurde in Frankreich der Staat von 1789 bis 1799 durch die Revolution vollständig umgeformt und Europa durch Napoleons Herrschaft von 1799 bis 1815 in Krieg und Chaos gestürzt. Die politische Ordnung des europäischen Kontinents wurde erschüttert, die soziale vorübergehend infrage gestellt.
Zitate
"Es ist deshalb auch kein Wunder, dass ihre Romane gerade in der höheren Gesellschaft besonders geschätzt wurden, wie der Brief einer Mrs Pele bestätigt, den Jane Austen kopierte:
,Alle Werke Miss Austens zu lesen ist ein besonderes Vergnügen. Sie sind so offensichtlich von einer Gentlewoman geschrieben. Die meisten Romanschriftstellerinnen versagen und verraten sich bei dem Versuch, Familienszenen in der höheren Gesellschaft zu beschreiben; irgendeine Vulgarität schleicht sich immer ein und zeigt, dass sie nicht aus eigener Anschauung das kennen, was sie schreiben, aber hier ist es ganz anders. Alles wirkt natürlich, und die Situationen und Ereignisse werden auf eine Weise erzählt, die deutlich beweist, dass die Autorin zu der Gesellschaft gehört, deren Lebensart sie so gekonnt schildert.'"
"Ich wähle eine Heldin, für die niemand außer mir viel übrighaben wird."
Jane Austen über 'Emma'
Sonntag, 22. März 2026
Isidora Sekulic: Briefe aus Norwegen
Ausgewählte Texte aus den Jahren 1913 bis 1951
Aus dem Serbischen übersetzt und herausgegeben von Tatjana Petzer
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Buchinfo
Im Herbst 1913 reist Isidora Sekulic durch Norwegen. Die junge Autorin lässt sich von der Natur verzaubern: von den steilen Fjorden und endlosen Fjells, von der majestätischen Stille und den Lichtern des Nordens. Neben Gastfreundschaft und Geselligkeit erlebt sie die Melancholie und Einsamkeit in den entlegenen Winkeln des Landes, lernt das Wesen der norwegischen Kultur und Gesellschaft kennen.
Besonders beeindruckt ist Isidora Sekulic davon, wie selbstverständlich auch alleinstehende Frauen dazugehören - etwas, das sie in ihrer Heimat Serbien schmerzlich vermisst.
Buchbeginn
Oslo (Kristiana), Ende August [1913]
Vor langer Zeit lebte ein König namens Gylfi, und es geschah einmal, dass durch sein Land eine seltsame Frau zog, die ihn unterhielt und betörte mit ihren Zauberkünsten. Der König versprach ihr als Belohnung so viel Land, wie vier Ochsen an einem Tag und in einer Nacht umpflügen können.
Ich liebe es, wenn jemand auf schöne Weise über Maritimes schreiben kann. Wenn ich solche Zeilen lese, bekomme ich Fernweh, obwohl ich mich doch lieber auf Land befinde. Ja, am Meer bin ich gerne, aber es zieht mich in Wirklichkeit nicht hinaus. Und schon gar nicht, wenn ich diese Zeilen lese:
"Wir stachen in eine graue, kalte, träge und schwere See und starrten aufmerksam in das Gesicht dieses sozusagen bösen Wassers. Das sind keine geschmeidigen Wellen, die sich wiegen, fließen und schäumen; das sind starre Platten, die aufeinanderstoßen, herabstürzen und zerbrechen. Dieser Raum ist nicht mit Wasser gefüllt, dieser Raum ist mit Wasser gepflastert. Wenn die Flüssigkeit an einer Stelle doch aufschäumt, ist der Schaum hart und scharf wie Steinsplitter, aber am häufigsten sieht man helle, gerade und scharfe Kanten auf den starren Wellen, die vermutlich kalt wie Messer sind. Und wenn nur ein leichter, flinker Wind aufkommt, der die Oberfläche des Mittelmeers in winzige blaue Schüsselchen mit etwas rosa oder grüner Farbe am Grund aufwirbelt, schnellen hier, gepeitscht und heftig, kantige kleine Wellen empor, deren weiße, harte Spitzen wie Eiszacken aussehen. Vielleicht treibt und trägt auch dieses seltsame Wasser Schwerter und Messer mit sich, so wie der Strom Slidur aus dem nordischen Epos, aus den Versen der ,Edda'.
Freitag, 20. März 2026
Almudena Grandes: Die wechselnden Winde
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"Ein andalusisches Vom Winde verweht." (Cosmopolitan)
Als Sara Gómez sich für das Haus Nr. 31 in einer südspanischen Ferienanlage entscheidet, will sie fliehen, vor sich und vor ihrem Leben in Madrid. Auch Juan Olmedo, ihr neuer Nachbar, hütet ein dunkles Geheimnis: die große Liebe seines Lebens war Charo, die Frau seines Bruders. Nun ist Charo tot und für Juan hat das Leben keinen Sinn mehr.
Sara und Juan eint nichts als eine Vergangenheit, der sie zu entkommen hoffen. Doch vielleicht könnten sie gerade deshalb eine Zukunft haben.
Ein Roman über eine Liebe, wie sie sein muss. In einem Leben, wie es ist.
Buchbeginn
Als die Olmedos zu ihrem neuen Haus kamen, blies der Ostwind. Er blähte die Markisen, riss sie aus ihrem Aluminiumgestänge hoch, ließ sie wieder in sich zusammensacken, um sie sogleich erneut aufzublasen. Das unablässige Wallen klang dumpf und schwer wie der Flügelschlag eines Schwarms großer Vögel. Sobald der Wind einen Augenblick abflaute, war hier und da das Quietschen von rostigem Metall zu hören. Die Nachbarn holten eilig an ihren Häusern die identisch grünen Markisen ein. Juan Olmedo deutete das Kurbelgeräusch der Eisenstangen in den Ösen auf Anhieb richtig und dachte: Pech gehabt.
Dienstag, 17. März 2026
Elizabeth Forsythe Hailey: Jeder Tag ein neuer Anfang
Buchinfo
Zu Beginn dieses außergewöhnlichen Briefromans ist Bess 18 Jahre alt. Am Ende ist sie 87.
Dreiviertel eines Jahrhunderts begleitet der Leser eine lebenslustige, warmherzige und ehrgeizige Frau durch ihr Leben. Glück und Liebe, aber auch stürmische Veränderungen, schweres Schicksal und tragische Ereignisse begegnen ihr - doch Bess' Mut ist nicht zu erschüttern.
Ihr Motto: Jeder Tag bringt eine neue Chance!
Buchbeginn
Honey Grove, Texas, den 10.12.1899
Lieber Rob,
eben habe ich Miss Appleton gebeten, dass sie uns für den Wettbewerb im Rechtschreiben in die gleiche Gruppe steckt. Wir sind die Einzigen in der Vierten, die ,perspicacious' richtig buchstabieren können, und damit ist der Sieg unser!
Kannst du nach der Schule vorbeikommen? Der Gärtner gräbt das Malvenbeet um, so dass wir mehr Platz zum Fangenspielen haben. Meine Idee! Bess





