Samstag, 11. Juli 2026

Brigitte Weiss-Kobayashi: Glanz und Widerstand Emma Haushofer-Merk: eine Münchner Familiensaga zwischen Goldarbeitern und Frauenrechtlerinnen

Als Frl. Emma Merk wurde Emma Haushofer-Merk (15. Juni 1854 - 11. Juli 1925) schon 1898 ins Lexikon deutscher Frauen der Feder, Band 2 von Sophie Pataky aufgenommen.

Sie schrieb Erzählungen, Novellen, Feuilletons und Romane, in denen sie u. a. Frauenthemen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts behandelte. Auch publizierte sie in zeitgenössischen Zeitschriften wie Bazar, Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens, Die Gartenlaube, Jugend, Frankfurter Zeitung, Illustrierte Frauen-Zeitung, Simplicissimus und Über Land und Meer.

Emma Haushofer-Merk starb 1925 in München. Ihre Asche wurde auf der Fraueninsel (Ingvild Richardsen: Die Fraueninsel. Auf den Spuren der vergessenen Künstlerinnen von Frauenchiemsee) im Chiemsee im Familiengrab ihres Ehemannes beigesetzt.

Buchinfo

Münchner Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und 1894, an der Seite von Anita Augspurg, Sophia Goudstikker und Ika Freudenberg, Mitbegründerin des legendären 'Vereins für Fraueninteressen': Mit ihren Werken, die in renommierten Blättern wie der Gartenlaube, dem Simplicissimus oder der Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens erschienen, prägte Emma Haushofer-Merk das literarische und politische München. Doch wer war die Frau, und welche Familie verbirgt sich hinter dem heute weitgehend unbekannten Namen? Diese fesselnde Familiensaga verwebt persönliche Schicksale mit den gesellschaftlichen Umbrüchen jener Zeit und blickt hinter die Kulissen einer weitverzweigten Münchner Dynastie von Goldarbeitern, Kunstmalern und Bierbrauern. Mit sicherem Blick für Details erstehen authentische Schauplätze in München neu, um das vergessene literarische Erbe einer außergewöhnlichen Frau und ihrer Familie wieder lebendig zu machen.


Buchbeginn

Der Weg ins Ungewisse

Der Fußmarsch nach München führte durch ein brennendes Land. Im Spätsommer 1796 wälzten sich die Truppen des französischen Generals Moreau durch Württemberg und Bayern. Französische und österreichische Soldaten lieferten sich ein blutiges Katz-und-Maus-Spiel, für das die Zivilbevölkerung den Preis zahlte. Eine Horde ungehobelter Barbaren die wie schlimmste Straßenräuber plünderten und mißhandelten. Sie beschlagnahmten Fuhrwerke, quartierten sich in Häusern ein und verlangten nach Essen und Wein, manchmal sogar Champagner, während ihre unfreiwilligen Gastgeber hungerten.

 

Donnerstag, 2. Juli 2026

Wisława Szymborska: Sie sollten dringend den Kugelschreiber wechseln. Anregungen für angehende Literaten

Buchinfo
Wisława Szymborska, die berühmte polnische Dichterin und Literaturnobelpreisträgerin, widmete sich regelmäßig auch den Anliegen des literarischen Nachwuchses. In der polnischen Wochenzeitschrift "Literarisches Leben" beantwortete sie Hilfegesuche und Fragen von angehenden Autorinnen und Autoren, nahm zu eingereichten Manuskripten Stellung und offenbarte mit charmanter spitzer Feder ihre reiche Erfahrung als Leserin und Literatin.

Buchbeginn
An einen Beobachter, Krakau
Sie unterstellen uns, junge literarische Talente niederzumachen. "Diese zarten Pflänzchen", lesen wir, "muss man hegen und pflegen, und nicht, wie ihr es macht, ihre Schwächen kritisieren, die Unzulänglichkeit einer noch nicht ausgereiften Frucht." Wir sind gegen eine Aufzucht literarischer Pflänzchen im Treibhaus. Die Pflänzchen müssen in einem natürlichen Klima wachsen und sich rechtzeitig an dessen Bedingungen anpassen.

Suhrkamp Verlag
Erstausgabe: 21. Juni 2023
151 Seiten
ISBN-10: ‎3518473301
ISBN-13: ‎978-3518473306 
 

Samstag, 27. Juni 2026

Margaret Goldsmith: Good-by für heute

herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Eckhard Gruber
AvivA Verlag, 2025
224 Seiten
ISBN-10: ‎ 3949302298
ISBN-13: ‎ 978-3949302299 


Buchinfo
Berlin 1926: Die junge Medizinstudentin Karin lebt mit ihrer Mutter Jean und ihrem Zwillingsbruder Erhard nach dem Tod des Vaters im einstigen Stadtdomizil der Familie am Lützowplatz. Nach Krieg und Inflation eröffnen sich in der Weimarer Republik neue Freiheiten und Perspektiven und Karin blickt ihrer Zukunft voller Neugier und Zuversicht entgegen.

Doch nicht nur die einst herrschaftliche Wohnung ist nach dem Krieg geteilt und zimmerweise vermietet, auch durch die Familie ziehen sich Risse. Während die gebürtige US-Amerikanerin Jean, die seit dem Tod ihres Mannes Graf Tarnowitz wieder als Journalistin arbeitet, als überzeugte Demokratin den erzkonservativen Einstellungen ihrer adligen Schwiegerfamilie fernsteht und Karin der sozialistischen Partei beitreten möchte, wünscht sich Bruder Erhard die Monarchie zurück und ist fanatischer Nationalist und Antisemit. Die Konflikte in der Familie und die zunehmende Radikalisierung des Bruders überschatten Karins Studienjahre. Und dann stellt ein Ereignis das Leben aller Beteiligten auf den Prüfstand.

Goldsmith verzahnt in ihrem Debütroman von 1928 die polarisierte politische Stimmung in Berlin mit den alltäglichen Zwistigkeiten der Familie und beschreibt eine Gesellschaft am Kipppunkt. Im Aufeinandertreffen unterschiedlichster Romanfiguren, darunter der jüdische Rechtsanwalt Herbert Mendelssohn, der englische Maler Martin Trevelyan und der US-amerikanische Schriftsteller Mark Huntington, schildert sie plastisch die Prägungen verschiedener kultureller Milieus und Herkunftsländer. Zugleich entwirft sie ein lebendiges Bild zweier Generationen sich emanzipierender Frauen, von deren Kampf um Gleichstellung, gesellschaftliche Anerkennung und neue Sexualmoral.

Eine Rezension gibt es bei aus-erlesen.de von Karsten Koblo zu lesen.
 

Freitag, 26. Juni 2026

Willa Cather: Die Frau, die sich verlor

Übersetzt von Eva Brückner-Tuckwiller
Mit einem Nachwort von Sibylle Mulot
btb Verlag 2010
160 Seiten
ISBN-10: ‎3442741416
ISBN-13: ‎978-3442741410
Originaltitel: A Lost Lady (1923)
Frau im Zwielicht, dt. von Magda Kahn, Urban Freiburg im Breisgau 1929
    auch als: Die Frau, die sich verlor, gleiche Übersetzung, Benziger Einsiedeln, Zürich, Köln 1959
    auch als: Die Frau, die sich verlor, dt. von Eva Brückner-Tuckwiller, Knaus, München, Hamburg 1989. gl. Übersetzung, Verlag: btb Verlag (8. Dezember 2010)

 

Buchinfo

Marian Forrester ist jung, attraktiv und voller Lebenslust, der strahlende Mittelpunkt des Forrester-Hauses in Sweet Water. Mit ihrem 25 Jahre älteren Mann verbringt sie dort die Sommermonate. Niel, der Nachbarjunge, hat schon früh sein Herz an Marian verloren. Für ihn ist sie das Sinnbild jenes Westens, in dem die Träume der Siedler Wirklichkeit geworden sind. Als Niel einige Jahre später als Erwachsener nach Sweet Water zurückkehrt, hat sich Marians Leben von Grund auf geändert. Ihr Mann ist alt und krank, das Vermögen fast aufgebraucht. Verzweifelt versucht Marian den Schein zu wahren. Aus Einsamkeit flüchtet sie in die Arme junger Männer. Niel verliert jeden Respekt vor ihr, der Zauber ist verflogen. Erst am Ende ihres Lebens begreift er das Geheimnis dieser Frau.

Buchbeginn

Vor dreißig oder vierzig Jahren, in einer der grauen Städte an der Burlington-Bahnstrecke, die heute so viel grauer sind als damals, gab es ein Haus, das von Omaha bis Denver wegen seiner Gastlichkeit und eines gewissen Charmes seiner Atmosphäre wohlbekannt war. Wohlbekannt vor allem der Eisenbahn-Aristokratie jener Zeit: Männern, die mit der Bahn selbst zu tun hatten oder mit einer der "Landgesellschaften", ihren Nebenprodukten. Damals genügte es, wenn von einem Mann gesagt wurde, er "habe mit der Bahn zu tun".
 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Luisa Francia: In den Gärten der Kore. Visionen aus einem weiblichen Universum

Buchinfo
Kore ist die Frühlingsgöttin einer Göttinnentriade, Demeter die Mutter, Hekate die Alte. Wie kann Kore in die Unterwelt "verschleppt werden" und gleichzeitig deren Hüterin sein, wie es der Mythos berichtet?
Darum geht es: um die Erde und alles, was auf ihr wächst und Frauen nährt, einerseits und um die verborgenen Räume, die geheimen Wünsche, die dunkle Seite der weiblichen Kraft andererseits. Um die Magie der Frauen also, die sich aus dem Sichtbaren und dem Verborgenen nährt. Und um die Übergänge, in denen das größte magische Potential der Frauen liegt. Erst wenn wir uns die Übergänge bewusst machen - vom Mädchen zur menstruierenden Frau, von der menstruierenden Frau zur Alten -, entfaltet sich die weibliche Kraft in allen Facetten.



Frauenoffensive
1. Auflage 2003
160 Seiten
ISBN-10: ‎3881043608
ISBN-13: ‎978-3881043601  

Sonntag, 21. Juni 2026

Ulla Berkéwicz - die Bücher

 Michel, sag ich (Suhrkamp 1984)

 

Ulla Berkéwicz: Michel, sag ich

Buchinfo
"Viele sind aus dem Dorf in die Stadt gezogen. Zurückgeblieben sind die Alten, die Frauen, die Kinder. Auch Michel ist fortgegangen; sie wartet auf seine Rückkehr.
Weil sie vergeblich wartet, macht sie sich auf den Weg in die nie zuvor gesehene Stadt, um Michel zu suchen. Der Weg führt sie zu den Lebenden und den Toten und zu den Aufständischen, mit denen Michel arbeitet; sie bereiten den Untergang der Stadt vor. Sie träumen vorwärts, denn sie erträumen eine neue Welt.
Das Buch ist eine Liebesgeschichte, eine Parabel. Es ist ein apokalyptisches Bild, aus dessen Trümmern das Neue erwächst. Es ist eine Vision von Untergang und Rettung. Wo verläuft die Grenze zwischen Wirklichen und Unwirklichem? Die traumsicheren Bilder fangen die Hoffnung ein."



Suhrkamp Verlag
1. Auflage 1988
100 Seiten
ISBN-10: ‎3518380303
ISBN-13: ‎978-3518380307 

Autorin