Charlotte umarmt Johannes mit beiden Armen, während seine Arme runterhängen. Dabei war er es doch, der darauf gedrängt hat, es nach dreißig Jahren noch einmal zu versuchen.
So lange ist es her, als Charlotte ihm gesagt hat, dass sie sich für den anderen entschieden hat. Nun begegnen sie sich auf einem Bahnhof wieder, ganz kurz nur. Und Johannes will diese Chance nutzen. Doch so schnell lässt sich Charlotte nicht überzeugen. Sie hat Bedenken. Hat noch nicht ganz mit dem Tod ihres Mannes abgeschlossen. Ist noch nicht bereit, ihre Wohnung aufzugeben. Hat Zweifel. Und hofft dann doch auch. Und auch Johannes hat in seinem Leben noch einiges zu klären.
Wir lernen Charlotte und Johannes durch ihre Briefe kennen. Briefe, die voller Leben, Liebe und auch Erotik stecken. Was?, wird mancher aufschreien, in diesem Alter? Ja, auch in diesem Alter noch.
Ein wunderschönes Buch, das ich an einem Tag durchgelesen habe.
Piper Taschenbuch, 2008
176 Seiten
ISBN-10: 3492250319
ISBN-13: 978-3492250313
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Dienstag, 20. Oktober 2026
Vicki Baum: Flut und Flamme
Buchinfo
Die temperamentvolle Schriftstellerin läßt ihren Roman in Mexiko spielen. Dieses tropische Land mit seinen schwerblütigen Indios, mit seinen weißen Abenteurern, seinen Hafenstädten, seinen Küsten, dem Glanz und den Gefahren des Meeres bildet den farbigen Hintergrund einer erregenden Handlung.
Captain Glenn Hammers, der die Offizierslaufbahn bei der Kriegsmarine quittierte, gibt sich einem zwar ruhelosen, aber ungebundenen Leben voller Freiheit hin; es ist ein wechselvolles Leben mit Höhen und Tiefen, in das zwei Frauen eintreten: Vida, die mexikanische Tänzerin aus der Hafenbar von Mazatlan, und Tracey Cowles, leidenschaftlich, reich, deren Jacht eines Tages vor der Küste der Haifischjäger erscheint.
Glenn ist fasziniert von dieser weißen Jacht, über die Tracey Cowles ihm das Kommando gibt; und er ist fasziniert von Tracy, um deretwillen er Vida verläßt. Auf geheimnisvolle Weise kommt Prinz Barany, Traceys Mann, ums Leben; Glenn macht sich von ihr frei. Er kehrt zu Vida zurück - neue Prüfungen, neue Lockungen warten auf ihn.
Buchbeginn
Eines Erzählers Weg ist gewöhnlich mit aufgegebenen Plänen gepflastert; und jeder Autor hat in irgendeiner Kiste einen ganzen Friedhof unvollendeter Manuskripte verborgen.
Bisweilen aber kommt es vor, daß ein schon fast vergessener Vorfall, nachdem er jahrelang als Stoff für eine Erzählung im Dornröschenschlaf gelegen hat, plötzlich zu neuem Leben erwacht und ganz von selbst anfängt, sein unvermeidliches und entscheidendes letztes Kapitel zu schreiben.
Die temperamentvolle Schriftstellerin läßt ihren Roman in Mexiko spielen. Dieses tropische Land mit seinen schwerblütigen Indios, mit seinen weißen Abenteurern, seinen Hafenstädten, seinen Küsten, dem Glanz und den Gefahren des Meeres bildet den farbigen Hintergrund einer erregenden Handlung.
Captain Glenn Hammers, der die Offizierslaufbahn bei der Kriegsmarine quittierte, gibt sich einem zwar ruhelosen, aber ungebundenen Leben voller Freiheit hin; es ist ein wechselvolles Leben mit Höhen und Tiefen, in das zwei Frauen eintreten: Vida, die mexikanische Tänzerin aus der Hafenbar von Mazatlan, und Tracey Cowles, leidenschaftlich, reich, deren Jacht eines Tages vor der Küste der Haifischjäger erscheint.
Glenn ist fasziniert von dieser weißen Jacht, über die Tracey Cowles ihm das Kommando gibt; und er ist fasziniert von Tracy, um deretwillen er Vida verläßt. Auf geheimnisvolle Weise kommt Prinz Barany, Traceys Mann, ums Leben; Glenn macht sich von ihr frei. Er kehrt zu Vida zurück - neue Prüfungen, neue Lockungen warten auf ihn.
Buchbeginn
Eines Erzählers Weg ist gewöhnlich mit aufgegebenen Plänen gepflastert; und jeder Autor hat in irgendeiner Kiste einen ganzen Friedhof unvollendeter Manuskripte verborgen.
Bisweilen aber kommt es vor, daß ein schon fast vergessener Vorfall, nachdem er jahrelang als Stoff für eine Erzählung im Dornröschenschlaf gelegen hat, plötzlich zu neuem Leben erwacht und ganz von selbst anfängt, sein unvermeidliches und entscheidendes letztes Kapitel zu schreiben.
Bertelsmann, 1956
Montag, 19. Oktober 2026
Amalie Skram: Die Leute vom Hellemyr
Die Leute vom Hellemyr, Band 1: Sjur Gabriel
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Christel Hildebrandt
Buchinfo
"Der Hof hieß Hellemyr, das Felsenmoor, und den Namen trug er vollkommen zu Recht. Hier gab es nur Felsbrocken und sumpfigen Boden, eingegrenzt von den schwarzen nackten Bergen und dem dunkelgrünen Meer."
Amalie Skram (1846–1905) veröffentlichte 1887 mit "Sjur Gabriel" den Auftaktband ihres großen, vierbändigen Werks "Die Leute vom Hellemyr". Darin schildert sie das tägliche Leben der Bauersleute Sjur Gabriel und Oline, das geprägt ist von harter Arbeit und der Versorgung der zahlreichen Kinder – aber auch von Gewalt zwischen den Eltern und ständigen Alkoholeskapaden, die eine Flucht aus der Realität versprechen. Amalie Skram erzählt mit Sinn für die Feinheiten der ländlichen Dialekte und mit einer tief berührenden realistischen Schonungslosigkeit, die ihrer Zeit weit voraus war.
Buchbeginn
Auf den Felsen, nach dem altmodischen Längenmaß gerechnet eine halbe Meile nördlich von Bergen, lebte vor ungefähr sechzig Jahren ein Landmann namens Sjur Gabriel.
Sein Hof bot ein Bild des Jammers, die Felder schienen öd und unbestellt dazuliegen, und das Haus, in dem er wohnte war nicht größer als eine Kätnerhütte.
Die Leute vom Hellemyr, Band 2: Zwei Freunde
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Nora Pröfrock
Buchinfo
"Der Himmel war vom Meer nicht zu unterscheiden, alles war in dichte graue Schwaden gehüllt. Das Schiff taumelte wie ein Spielball zwischen den hohen Seen hin und her."
Amalie Skram (1846–1905) verfasste mit "Zwei Freunde" die Fortsetzung von "Die Leute vom Hellemyr". Sivert Jensen, der Enkel von Sjur Gabriel und Oline aus dem ersten Band, wird darin zur Hauptfigur. Er heuert als Schiffsjunge auf der ,Zwei Freunde' an und fährt zur See. In mitreißenden Szenen über Unwetter auf dem Meer und das Geschehen auf dem Schiff sowie im Hafen von Kingston auf Jamaika berichtet Amalie Skram von dem jugendlichen Sivert, der bis zur gegenüberliegenden Seite der Weltkugel segelt, ohne den Ballast seiner familiären Herkunft hinter sich lassen zu können.
Buchbeginn
Eines Nachmittags im August Anfang der Fünfzigerjahre kam eine bäuerlich gekleidete Frau den Ladegardsbakke bei Bergen hinaufgestakst.
Die Leute vom Hellemyr, Band 3: S. G. Myre
Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Nachwort von Gunnar Staalesen
Buchinfo
"Was hilfts,
dass wir für Tags aufstehn
Und auf uns laden Sorgen viel?"
Amalie Skram (1846–1905) legte 1890 den dritten Band ihres Großwerks vor: "S. G. Myre". Darin kehrt sie nach Bergen zurück, das zum Schauplatz alltäglicher familiärer und geschäftlicher Verstrickungen wird. In einem breiten Erzählpanorama wird das Treiben auf den Straßen ebenso lebendig ausgemalt wie die emotionalen Ausschläge des Liebeslebens ihrer Bewohner. Amalie Skram richtet ihren Blick auf alle sozialen Schichten, sowohl auf die Häuser der Konsuln und Großhändler als auch auf die armen Behausungen der Dienstmädchen und Lagerangestellten, und zeigt die Nöte, Träume und Enttäuschungen der ganzen Bergener Gesellschaft.
Buchbeginn
Tagsüber hatte Sivert immer viel zu tun. Er war nämlich vormittags als Laufjunge eingestellt und nachmittags als Hausbursche, jeweils beim Kaufmann Munthe, dem eine "stue" an der Tyskebrygge gehörte und der in einem zweistöckigen weißen Holzhaus in der Ovregate wohnte. Ursprünglich war Sivert ausschließlich als Hilfskraft für das Kontorpersonal eingestellt worden, aber da nach Erledigung der Arbeiten dort immer noch so viel Zeit übrig blieb, hatte Munthe begonnen, ihm nachmittags hoch in die Ovregate zu schicken. Dort sollte er nachfragen, ob sie in der Küche für ihn Verwendung hätten. Schon bald war es zur festen Regel geworden, dass er jeden Tag dort erschien, und an beiden Orten kam er so gut zurecht, dass er hier wie dort sehr gern gesehen war.
Die Leute vom Hellemyr, Band 4: Die nächste Generation
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Gabriele Haefs
Buchinfo
"Warum war er eigentlich geboren worden – er und seine Geschwister? Wäre es nicht besser für sie alle gewesen, nicht geboren worden zu sein?"
Amalie Skram (1846–1905) führt "Die Leute vom Hellemyr" im abschließenden Band von 1898 bis in die "nächste Generation", bis zu den Urenkeln von Sjur Gabriel und Oline, mit denen alles anfing. Auch hier sind die Standesgrenzen tief in die Lebensläufe eingemeißelt. Der Kampf um wirtschaftlichen Aufstieg und soziale Anerkennung bestimmt den Alltag der Ärmeren, und auch bei den Wohlhabenderen zählen emotionale Enttäuschungen und Lebensunglück zur Tagesordnung. Leise Hoffnung auf Besserung besteht in der jüngsten Generation, die Amalie Skram mit verständnisvoller Zuneigung und enormem Einfühlungsvermögen beschreibt.
Buchbeginn
"Wag das ja nicht, du Musterstängel", flüsterte in der Lateinstunde der Banknachbar Severin Myre zu einem dunkelhaarigen Jungen, dünn und schmächtig und mit selbstgenähter Kleidung. Lehrer Petersen hatte Severins lateinische Übersetzung gelobt und gesagt, er erwarte für das nächste Mal einen vollständig fehlerfreien Text. Severin saß mit rotem Gesicht bedrückt da, und die Jungen bedachten ihn mit verachtungsvollen Blicken.
Guggolz Verlag
Erscheinungstermin : 28. Oktober 2022
Auflage : Erste
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 1200 Seiten
ISBN-10 : 3945370388
ISBN-13 : 978-3945370384
Originaltitel : Hellemyrsfolket, 1887, 1888, 1890, 1898
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Christel Hildebrandt
Buchinfo
"Der Hof hieß Hellemyr, das Felsenmoor, und den Namen trug er vollkommen zu Recht. Hier gab es nur Felsbrocken und sumpfigen Boden, eingegrenzt von den schwarzen nackten Bergen und dem dunkelgrünen Meer."
Amalie Skram (1846–1905) veröffentlichte 1887 mit "Sjur Gabriel" den Auftaktband ihres großen, vierbändigen Werks "Die Leute vom Hellemyr". Darin schildert sie das tägliche Leben der Bauersleute Sjur Gabriel und Oline, das geprägt ist von harter Arbeit und der Versorgung der zahlreichen Kinder – aber auch von Gewalt zwischen den Eltern und ständigen Alkoholeskapaden, die eine Flucht aus der Realität versprechen. Amalie Skram erzählt mit Sinn für die Feinheiten der ländlichen Dialekte und mit einer tief berührenden realistischen Schonungslosigkeit, die ihrer Zeit weit voraus war.
Buchbeginn
Auf den Felsen, nach dem altmodischen Längenmaß gerechnet eine halbe Meile nördlich von Bergen, lebte vor ungefähr sechzig Jahren ein Landmann namens Sjur Gabriel.
Sein Hof bot ein Bild des Jammers, die Felder schienen öd und unbestellt dazuliegen, und das Haus, in dem er wohnte war nicht größer als eine Kätnerhütte.
Die Leute vom Hellemyr, Band 2: Zwei Freunde
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Nora Pröfrock
Buchinfo
"Der Himmel war vom Meer nicht zu unterscheiden, alles war in dichte graue Schwaden gehüllt. Das Schiff taumelte wie ein Spielball zwischen den hohen Seen hin und her."
Amalie Skram (1846–1905) verfasste mit "Zwei Freunde" die Fortsetzung von "Die Leute vom Hellemyr". Sivert Jensen, der Enkel von Sjur Gabriel und Oline aus dem ersten Band, wird darin zur Hauptfigur. Er heuert als Schiffsjunge auf der ,Zwei Freunde' an und fährt zur See. In mitreißenden Szenen über Unwetter auf dem Meer und das Geschehen auf dem Schiff sowie im Hafen von Kingston auf Jamaika berichtet Amalie Skram von dem jugendlichen Sivert, der bis zur gegenüberliegenden Seite der Weltkugel segelt, ohne den Ballast seiner familiären Herkunft hinter sich lassen zu können.
Buchbeginn
Eines Nachmittags im August Anfang der Fünfzigerjahre kam eine bäuerlich gekleidete Frau den Ladegardsbakke bei Bergen hinaufgestakst.
Die Leute vom Hellemyr, Band 3: S. G. Myre
Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Nachwort von Gunnar Staalesen
Buchinfo
"Was hilfts,
dass wir für Tags aufstehn
Und auf uns laden Sorgen viel?"
Amalie Skram (1846–1905) legte 1890 den dritten Band ihres Großwerks vor: "S. G. Myre". Darin kehrt sie nach Bergen zurück, das zum Schauplatz alltäglicher familiärer und geschäftlicher Verstrickungen wird. In einem breiten Erzählpanorama wird das Treiben auf den Straßen ebenso lebendig ausgemalt wie die emotionalen Ausschläge des Liebeslebens ihrer Bewohner. Amalie Skram richtet ihren Blick auf alle sozialen Schichten, sowohl auf die Häuser der Konsuln und Großhändler als auch auf die armen Behausungen der Dienstmädchen und Lagerangestellten, und zeigt die Nöte, Träume und Enttäuschungen der ganzen Bergener Gesellschaft.
Buchbeginn
Tagsüber hatte Sivert immer viel zu tun. Er war nämlich vormittags als Laufjunge eingestellt und nachmittags als Hausbursche, jeweils beim Kaufmann Munthe, dem eine "stue" an der Tyskebrygge gehörte und der in einem zweistöckigen weißen Holzhaus in der Ovregate wohnte. Ursprünglich war Sivert ausschließlich als Hilfskraft für das Kontorpersonal eingestellt worden, aber da nach Erledigung der Arbeiten dort immer noch so viel Zeit übrig blieb, hatte Munthe begonnen, ihm nachmittags hoch in die Ovregate zu schicken. Dort sollte er nachfragen, ob sie in der Küche für ihn Verwendung hätten. Schon bald war es zur festen Regel geworden, dass er jeden Tag dort erschien, und an beiden Orten kam er so gut zurecht, dass er hier wie dort sehr gern gesehen war.
Die Leute vom Hellemyr, Band 4: Die nächste Generation
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Gabriele Haefs
Buchinfo
"Warum war er eigentlich geboren worden – er und seine Geschwister? Wäre es nicht besser für sie alle gewesen, nicht geboren worden zu sein?"
Amalie Skram (1846–1905) führt "Die Leute vom Hellemyr" im abschließenden Band von 1898 bis in die "nächste Generation", bis zu den Urenkeln von Sjur Gabriel und Oline, mit denen alles anfing. Auch hier sind die Standesgrenzen tief in die Lebensläufe eingemeißelt. Der Kampf um wirtschaftlichen Aufstieg und soziale Anerkennung bestimmt den Alltag der Ärmeren, und auch bei den Wohlhabenderen zählen emotionale Enttäuschungen und Lebensunglück zur Tagesordnung. Leise Hoffnung auf Besserung besteht in der jüngsten Generation, die Amalie Skram mit verständnisvoller Zuneigung und enormem Einfühlungsvermögen beschreibt.
Buchbeginn
"Wag das ja nicht, du Musterstängel", flüsterte in der Lateinstunde der Banknachbar Severin Myre zu einem dunkelhaarigen Jungen, dünn und schmächtig und mit selbstgenähter Kleidung. Lehrer Petersen hatte Severins lateinische Übersetzung gelobt und gesagt, er erwarte für das nächste Mal einen vollständig fehlerfreien Text. Severin saß mit rotem Gesicht bedrückt da, und die Jungen bedachten ihn mit verachtungsvollen Blicken.
Guggolz Verlag
Erscheinungstermin : 28. Oktober 2022
Auflage : Erste
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 1200 Seiten
ISBN-10 : 3945370388
ISBN-13 : 978-3945370384
Originaltitel : Hellemyrsfolket, 1887, 1888, 1890, 1898
Mittwoch, 14. Oktober 2026
Helga Schubert: Die Woche danach. Ein Stundenbuch der Hoffnung
Buchinfo
"Ich lebe nun in einer anderen Welt."
Ein Freitagmorgen im August, ein Pflegebett in einem stillen Haus in Mecklenburg – und danach ein Leben, das neu vermessen werden will.
Was geschieht, wenn der Mensch geht, den man über sechzig Jahre geliebt und über zehn Jahre gepflegt hat? In ihrer unverkennbaren, kristallklaren Prosa beschreibt Helga Schubert den eigenen Zustand in der ersten Woche, der ersten Zeit nach dem Tod ihres Mannes, beobachtet sich selbst zwischen Traurigkeit und Erlösung.
In lakonischen Miniaturen erzählt die Bachmann-Preisträgerin von Trauer ohne Pathos, von Chopin und Bach als Trost, von Tierbegegnungen im Garten, und von später Selbstbehauptung.
Buchbeginn
Als er gestorben war, an einem Freitag im August, in der Frühe,
mein Lebensmensch,
Derden, der, den ich liebte,
mit geschlossenen Augen,
die Hände übereinander,
wie zwei Stunden zuvor,
als ich ihm gesagt hatte, dass ich mich nun in mein Bett legen werde bis zum Weckerklingeln in zwei Stunden,
damit ich dem Krankenpfleger wie immer kurz nach acht Uhr die Haustür öffnen könne,
nach den durchwachten letzten Nächten,
und ich an seinem Bett stand morgens um acht,
war mein bisheriges Leben zu Ende.
Und, wie ich jetzt weiß, fast ein Jahr danach:
Es war für immer zu Ende.
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2026
176 Seiten
ISBN-10: 3423285753
ISBN-13: 978-3423285759
"Ich lebe nun in einer anderen Welt."
Ein Freitagmorgen im August, ein Pflegebett in einem stillen Haus in Mecklenburg – und danach ein Leben, das neu vermessen werden will.
Was geschieht, wenn der Mensch geht, den man über sechzig Jahre geliebt und über zehn Jahre gepflegt hat? In ihrer unverkennbaren, kristallklaren Prosa beschreibt Helga Schubert den eigenen Zustand in der ersten Woche, der ersten Zeit nach dem Tod ihres Mannes, beobachtet sich selbst zwischen Traurigkeit und Erlösung.
In lakonischen Miniaturen erzählt die Bachmann-Preisträgerin von Trauer ohne Pathos, von Chopin und Bach als Trost, von Tierbegegnungen im Garten, und von später Selbstbehauptung.
Buchbeginn
Als er gestorben war, an einem Freitag im August, in der Frühe,
mein Lebensmensch,
Derden, der, den ich liebte,
mit geschlossenen Augen,
die Hände übereinander,
wie zwei Stunden zuvor,
als ich ihm gesagt hatte, dass ich mich nun in mein Bett legen werde bis zum Weckerklingeln in zwei Stunden,
damit ich dem Krankenpfleger wie immer kurz nach acht Uhr die Haustür öffnen könne,
nach den durchwachten letzten Nächten,
und ich an seinem Bett stand morgens um acht,
war mein bisheriges Leben zu Ende.
Und, wie ich jetzt weiß, fast ein Jahr danach:
Es war für immer zu Ende.
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2026
176 Seiten
ISBN-10: 3423285753
ISBN-13: 978-3423285759
Dienstag, 13. Oktober 2026
Amalie Skram: Professor Hieronimus
Buchinfo
"Professor Hieronimus" erzählt die Geschichte der Malerin Else Kant, die sich nach einem Zusammenbruch in die psychiatrische Klinik von Professor Hieronimus begibt, um wieder zu Kräften zu kommen. Dort jedoch darf sie plötzlich keine eigenen Entscheidungen mehr treffen, muss sich den Regeln und dem Alltag in der Klinik fügen. Und auch die Entscheidung, wann sie wieder in ihr früheres Leben zurückkehren kann, liegt plötzlich nicht mehr in ihrer Hand. Else ist jedoch fest entschlossen, um ihre Selbstbestimmtheit zu kämpfen und ihre Würde zu bewahren. Dafür gibt sie fast alles auf, was ihr lieb erschien.
Guggolz Verlag, 2016
Mit einem Nachwort von Gabriele Haefs
Übersetzt von Christel Hildebrandt
461 Seiten
ISBN-10: 3945370078
ISBN-13: 978-3945370070
Originaltitel: Professor Hieronimus & Pa St. Jørgen, 1895
"Professor Hieronimus" erzählt die Geschichte der Malerin Else Kant, die sich nach einem Zusammenbruch in die psychiatrische Klinik von Professor Hieronimus begibt, um wieder zu Kräften zu kommen. Dort jedoch darf sie plötzlich keine eigenen Entscheidungen mehr treffen, muss sich den Regeln und dem Alltag in der Klinik fügen. Und auch die Entscheidung, wann sie wieder in ihr früheres Leben zurückkehren kann, liegt plötzlich nicht mehr in ihrer Hand. Else ist jedoch fest entschlossen, um ihre Selbstbestimmtheit zu kämpfen und ihre Würde zu bewahren. Dafür gibt sie fast alles auf, was ihr lieb erschien.
Guggolz Verlag, 2016
Mit einem Nachwort von Gabriele Haefs
Übersetzt von Christel Hildebrandt
461 Seiten
ISBN-10: 3945370078
ISBN-13: 978-3945370070
Originaltitel: Professor Hieronimus & Pa St. Jørgen, 1895
Montag, 12. Oktober 2026
Sarah Orne Jewett: Deephaven
Ich habe das Buch gerade erst im September gekauft und es gleich am Leseplatz liegen gelassen. Auch hier können Bücher schon mal lange warten müssen, gelesen zu werden. Doch dieses in gelb-orangenes Leinen gebundene Kleinod mit dem schönen Papier lächelte mich immer wieder an, sodass ich es jetzt zur Hand nahm.
Sarah Orne Jewett (1849 - 1909) wurde oft gefragt, ob Deephaven nicht irgendwo auf einer Karte von Newengland zu finden sei. Es gibt zwar einen ähnlichen Ort, doch nur wenige der Skizzen haben dort ihren Ursprung. Auch die Personen wird man kaum dort antreffen.
Einige Kapitel des Buches sind vorab schon im "Atlantic Monthly" erschienen.
Buchinfo
Neuengland, 1877: Die Bostoner Freundinnen Helen und Kate verbringen einen Sommer im Küstenstädtchen Deephaven, um das Haus von Kates verstorbener Großtante zu hüten. Neugierig auf den Ort und seine Geschichte tauchen sie ein in die Erzählungen ihrer neuen Nachbarn, trinken Tee mit der Frau des Leuchtturmwärters, treffen einen Fischer, dessen große Liebe einer Katze galt, und Kapitäne, die sich wehmütig an ihre Abenteuer auf hoher See erinnern. Aus ihren eigenen Erlebnissen an der Küste von Maine schuf Sarah Orne Jewett, die eine Vorliebe für die etwas heruntergekommenen Hafenstädte und ihre eigenwilligen Bewohner hatte, den Schauplatz ihres ersten Romans »Deephaven«, einer vergessenen Perle der amerikanischen Literatur, voll liebenswürdigem Humor, aufmerksamen Beobachtungen und anrührenden Begegnungen mit Menschen, deren Schicksal vom Meer und von der Seefahrt geprägt ist.
Buchbeginn
Ich hatte den Winter in Boston verbracht, und das oft in Gesellschaft von Kate Lancaster, meiner besten Freundin. An dem Morgen, da diese Geschichte beginnt, hatte ich eine schlimme Vorahnung, als würde etwas Schreckliches geschehen. Es schien dafür keinen rechten Anlass zu geben, aber ich vergrößerte mein Unbehagen noch, indem ich daran dachte, dass ich die Stadt bald würde verlassen müssen und wie sehr ich dann Kate und meine anderen Freundinnen vermissen würde.
Zitate
"Das Meer ist für mich nichts Selbstverständliches, es macht mir irgendwie Angst, auch wenn Sie an der Küste keine glücklichere Frau als mich finden werden."
"Da stand ein Schaukelstuhl, der sah so aus, als hielte er sich für sehr eindrucksvoll und viel zu vornehm, um benutzt zu werden. Er kippte auf seinen Kufen weit nach hinten, und seine Lehne bog sich oben nach vorne, was für den Kopf sehr unbequem war. Der Stuhl hätte sich keine Sorgen machen müssen; es wollte ohnehin niemand in ihm sitzen."
mareverlag, Hamburg, 2022
mare-Klassiker
Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann
208 Seiten
ISBN-10: 3866486669
ISBN-13: 978-3866486669
Originaltitel: Deephaven, 1877
Sarah Orne Jewett (1849 - 1909) wurde oft gefragt, ob Deephaven nicht irgendwo auf einer Karte von Newengland zu finden sei. Es gibt zwar einen ähnlichen Ort, doch nur wenige der Skizzen haben dort ihren Ursprung. Auch die Personen wird man kaum dort antreffen.
Einige Kapitel des Buches sind vorab schon im "Atlantic Monthly" erschienen.
Buchinfo
Neuengland, 1877: Die Bostoner Freundinnen Helen und Kate verbringen einen Sommer im Küstenstädtchen Deephaven, um das Haus von Kates verstorbener Großtante zu hüten. Neugierig auf den Ort und seine Geschichte tauchen sie ein in die Erzählungen ihrer neuen Nachbarn, trinken Tee mit der Frau des Leuchtturmwärters, treffen einen Fischer, dessen große Liebe einer Katze galt, und Kapitäne, die sich wehmütig an ihre Abenteuer auf hoher See erinnern. Aus ihren eigenen Erlebnissen an der Küste von Maine schuf Sarah Orne Jewett, die eine Vorliebe für die etwas heruntergekommenen Hafenstädte und ihre eigenwilligen Bewohner hatte, den Schauplatz ihres ersten Romans »Deephaven«, einer vergessenen Perle der amerikanischen Literatur, voll liebenswürdigem Humor, aufmerksamen Beobachtungen und anrührenden Begegnungen mit Menschen, deren Schicksal vom Meer und von der Seefahrt geprägt ist.
Buchbeginn
Ich hatte den Winter in Boston verbracht, und das oft in Gesellschaft von Kate Lancaster, meiner besten Freundin. An dem Morgen, da diese Geschichte beginnt, hatte ich eine schlimme Vorahnung, als würde etwas Schreckliches geschehen. Es schien dafür keinen rechten Anlass zu geben, aber ich vergrößerte mein Unbehagen noch, indem ich daran dachte, dass ich die Stadt bald würde verlassen müssen und wie sehr ich dann Kate und meine anderen Freundinnen vermissen würde.
Zitate
"Das Meer ist für mich nichts Selbstverständliches, es macht mir irgendwie Angst, auch wenn Sie an der Küste keine glücklichere Frau als mich finden werden."
"Da stand ein Schaukelstuhl, der sah so aus, als hielte er sich für sehr eindrucksvoll und viel zu vornehm, um benutzt zu werden. Er kippte auf seinen Kufen weit nach hinten, und seine Lehne bog sich oben nach vorne, was für den Kopf sehr unbequem war. Der Stuhl hätte sich keine Sorgen machen müssen; es wollte ohnehin niemand in ihm sitzen."
mareverlag, Hamburg, 2022
mare-Klassiker
Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann
208 Seiten
ISBN-10: 3866486669
ISBN-13: 978-3866486669
Originaltitel: Deephaven, 1877
Sonntag, 11. Oktober 2026
Amalie Skram: Knud Tandberg - Die Geschichte einer Ehe
Buchinfo
"Knud Tandberg" ist eine bezaubernd-ehrliche Novelle über die Beziehung zweier Eheleute, die sich fremd geworden sind und nach einem Weg suchen, das Glück wiederzufinden
Buchbeginn
Knud Tandberg lag auf dem Sofa im Musikzimmer. Er streckte seine Glieder, so daß es krachte, ballte die Hände und machte gymnastische Bewegungen mit den Armen, wobei er vor sich hinsummte: "Tralala, fertig für heute; tralala, hinaus, um sie zu sehen!" Bei den letzten Worten, die er mehrmals wiederholte, dämpfte er seine Stimme zu einem Flüstern, zwinkerte mit den Augen und bewegte die Lippen so, wie man mit einem Taubstummen zu sprechen pflegt.
Hofenberg, 2016
Übersetzt von Mathilde Mann
70 Seiten
ISBN-10: 3861998408
ISBN-13: 978-3861998402
Originalausgane: 1902
"Knud Tandberg" ist eine bezaubernd-ehrliche Novelle über die Beziehung zweier Eheleute, die sich fremd geworden sind und nach einem Weg suchen, das Glück wiederzufinden
Buchbeginn
Knud Tandberg lag auf dem Sofa im Musikzimmer. Er streckte seine Glieder, so daß es krachte, ballte die Hände und machte gymnastische Bewegungen mit den Armen, wobei er vor sich hinsummte: "Tralala, fertig für heute; tralala, hinaus, um sie zu sehen!" Bei den letzten Worten, die er mehrmals wiederholte, dämpfte er seine Stimme zu einem Flüstern, zwinkerte mit den Augen und bewegte die Lippen so, wie man mit einem Taubstummen zu sprechen pflegt.
Hofenberg, 2016
Übersetzt von Mathilde Mann
70 Seiten
ISBN-10: 3861998408
ISBN-13: 978-3861998402
Originalausgane: 1902
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