Worauf kommt es an im Leben? 102 Jahre alt ist Elisabeth Heller, und langsam, so sagt sie in den Gesprächen, die sie mit ihrem Sohn André in den vergangenen Monaten geführt hat, geht es ans Verabschieden. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame, die geboren wurde, als der Erste Weltkrieg ausbrach, und die mit gerade 19 den Süßwarenfabrikanten Stephan Heller heiratete. Ein anderes Mal wünscht sie sich, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“ und erzählt dann munter über einen Selbstmordversuch aus Liebe und über Lehár am Klavier in Bad Ischl. Ein kleines Buch von großer Weisheit, würdevoll, poetisch, komisch. Und das Dokument einer späten Liebe und großen Offenheit zwischen Mutter und Sohn.
"Ein Buch voller Liebe, Wärme und Erinnerungen. Zum Weinen schön."
Elke Heidenreich
Buchbeginn
"Da kommt noch etwas Wichtiges"
Meine Mutter ist die tapferste Person, die ich jemals so genau kennenlernen durfte. Noch vor zwei Jahrzehnten hätte ich eine solche Behauptung nicht niedergeschrieben. Mindestens fünfzig Jahre erlebte ich sie, neben sehr viel Qualitätsvollem und Schönheitsgeladenem, das sie für mich bedeutet hat, als erstaunlich opportunistisch, stets bereit, dem jeweils Mächtigsten oder Auftrumpfendsten in einer Gesprächsrunde recht zu geben und Konflikten, wenn irgend möglich, aus dem Weg zu gehen.
Zitat
So viel Schaden kommt von den Menschen. Sie trampeln über alles drüber, auch über sich selbst.
Elisabeth Heller
btb Verlag, 2018
112 Seiten
ISBN-10: 3442716985
ISBN-13: 978-3442716982






