Buchinfo
Die Wiederentdeckung im Spannungsgenre: Ein Meilenstein in der Geschichte der Kriminalliteratur.
Los Angeles in den späten 1940ern: Der ehemalige Jagdflieger Dix Steele streift durch die Stadt, vorzugsweise nachts. Seit seiner Rückkehr nach L. A. sucht er nach dem Rausch des Fliegens, doch kaum etwas scheint dem nahe zu kommen. Stattdessen stellt er nun Frauen nach, denen er auf seinen Streifzügen begegnet. Als er einen alten Freund wiedertrifft, ist er fasziniert von Brubs schöner, sanfter Ehefrau, die ihn zugleich verunsichert und beflügelt, und von dessen Arbeit als Detective. Unmittelbar kann Dix mitverfolgen, wie Brub die Morde an einer Reihe junger Frauen untersucht. Und es beginnt ein Spiel, bei dem immer unklarer wird, wer eigentlich auf der Jagd nach wem ist.
Buchbeginn
Er genoss es, auf der Klippe zu stehen und hinauszusehen auf den abendlichen Ozean, während Nebelschwaden aufzogen, um wie Schleier aus Gaze sein Gesicht zu berühren. Dieses Gefühl, dem irdischen Getümmel enthoben und ein Teil der entfesselten Elemente zu sein, war dem Fliegen nicht unähnlich. Dieses Gefühl, zugleich eingeschlossen zu sein in diesen unvertrauten, sonderbaren Weltenraum aus Nebel und Wolken und Wind. Nachts war er immer gern geflogen; die Nachtflüge fehlten ihm, seit der Krieg vorbei war. Eine klapprige Privatmaschine zu fliegen war nicht dasselbe. Er hatte es versucht. Als müsste man sein Präzisionswerkzeug wieder gegen ein prähistorisches Steinbeil eintauschen, so hatte es sich angefühlt. Nichts konnte den entfesselten Flug in einem Jagdbomber ersetzen.
Atrium Verlag AG, 2022
Aus dem Englischen von Gregor Runge
Mit einem Nachwort von Megan Abbott
272 Seiten
ISBN-10: 3855351260
ISBN-13: 978-3855351268
Originaltitel: In a lonely place, 1947
Samstag, 15. August 2026
Dorothy B. Hughes: Ein einsamer Ort
Donnerstag, 13. August 2026
Anna Elisabet Weirauch: Der Skorpion
Ein Klassiker der LGBTQ+-Literatur — Jetzt in einer neuen, ungekürzten englischen Übersetzung
Als Anna Elisabet Weirauch 1919 in Berlin den ersten Band von "Der Skorpion" veröffentlichte — neun Jahre vor Radclyffe Halls "The Well of Loneliness" — fand er sofort eine begeisterte Leserschaft. 1926 zensiert, weil man befürchtete, er könnte die Jugend verderben, und auf den nationalsozialistischen Index der gefährlichen Literatur gesetzt, überlebte er dennoch: von Hand zu Hand weitergegeben, übersetzt, neu aufgelegt, gekürzt und von Groschenheft-Verlagen verstümmelt.
Diese Ausgabe enthält:
Eine neue, ungekürzte englische Übersetzung aus dem deutschen Original
Sowohl Buch Eins (1919) als auch Buch Zwei (1921) — den vollständigen Bogen, den Weirauch als eine einzige Geschichte konzipiert hatte
Eine umfassende Einleitung der Herausgeberin
Wissenschaftliche Analysen beider Bände
Historische Anmerkungen zu jedem Kapitel
Eine umfassende Bibliographie zu Anna Elisabet Weirauch
Buchinfo
Mette Rudloff wächst mutterlos in Berlin auf, erzogen von einem wohlmeinenden, aber distanzierten Vater und einer herrschsüchtigen Tante. Als junge Frau treibt sie durch eine beengende gesellschaftliche Welt aus Handarbeitskreisen und langweiligen französischen Lesekreisen, bis eines Tages eine Tür aufgeht und Olga Radó in ihr Leben tritt.
Was folgt, ist eine der großen Liebesgeschichten der Literatur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Olga ist brillant, kultiviert, bestimmend, schwer zu fassen — eine Frau, die ein goldenes Zigarettenetui trägt, in das ein Skorpion eingraviert ist.
Sie wird Mettes Lehrerin, ihr geistiges Erwachen und schließlich ihre große Liebe. Doch ihre Beziehung existiert in einer Gesellschaft, die keinerlei Toleranz dafür aufbringt, und Mettes Familie — angeführt von der unerbittlichen Tante Emilie — mobilisiert jede Waffe, die ihr zur Verfügung steht: Privatdetektive, Psychiater, erzwungene Trennung und den unablässigen Druck der Wohlanständigkeit.
Der Skorpion ist keine Tragödie, und es ist auch keine Geschichte triumphaler Befreiung. Es ist etwas Selteneres und Ehrlicheres: die Geschichte einer Frau, die lernt, mit dem vollen Gewicht dessen zu leben, wer sie ist.
Die LGBTQ+-Bibliothek der Ovid Publishing Group bringt vergessene und übersehene Werke der queeren Literatur durch neue englische Übersetzungen und sorgfältig kommentierte Ausgaben wieder in den Druck. Die Reihe ist auf gemeinfreie Werke vom achtzehnten bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert spezialisiert und rettet Stimmen, die zensiert, strafrechtlich verfolgt, anonym veröffentlicht oder schlicht dem Vergessen anheimgefallen waren.
Ovid Publishing Group, 2026
421 Seiten
ISBN-10: 1972807102
ISBN-13: 978-1972807101
Mittwoch, 12. August 2026
Georg Hamann: Bertha von Suttner auf Reisen: Postkarten an Haushälterin und Hund
Unterwegs für den Frieden
Der Welterfolg ihres Antikriegsromans "Die Waffen nieder!" machte Bertha von Suttner 1889 schlagartig berühmt. Als Galionsfigur der internationalen Friedensbewegung reiste sie von nun an unermüdlich durch Europa und die USA, nahm an pazifistischen Kongressen teil und hielt mitreißende Vorträge, die Tausende Menschen begeisterten. Wo immer sie war, sandte sie Postkarten an ihre treue Haushälterin Kathi Buchinger nach Wien. Diese kurzen, bislang unveröffentlichten Schreiben ermöglichen einen unmittelbaren Einblick in das Leben der gefeierten Schriftstellerin auf Reisen. Zusammen mit den Einordnungen des Historikers Georg Hamann ergibt sich anlässlich des 120. Jubiläums der Nobelpreisverleihung ein überraschend neues Bild von Bertha von Suttner, deren Friedensbotschaft wieder besonders aktuell ist.
Leseprobe
Arthurs Gesundheit verschlechterte sich derweil immer weiter. Er klagte über Schmerzen, und die gemeinsamen Freunde erschraken über sein elendes Aussehen. Seine Frau durchlebte nun "alle Phasen des Bangens und Hoffens, des Verzagens und Verzweifelns". Konnte ein weiterer Kuraufenthalt Linderung bringen?
Amalthea Signum
1. Auflage 2025
224 Seiten
ISBN-10: 3990502905
ISBN-13: 978-3990502907
Dienstag, 11. August 2026
Ruth Jordan: George Sand. Die große Liebende
George Sand (1804-1876) war eine der schillerndsten Gestalten im Frankreich des 19. Jahrhunderts, berühmt geworden durch ihre zahllosen Liebesaffären, vor allem mit Alfred de Musset und Frédéric Chopin. Und doch tut man ihr unrecht, sie nur als große Liebhaberin zu sehen, denn sie war eine ungewöhnlich geistreiche Frau, deren Interesse an Politik enorm war, und die sich - ungewöhnlich für das Jahrhundert, in dem sie lebte - mit unzähligen Fragen sozialer Natur beschäftigte. George Sand war schon nach ihrer Herkunft eine außergewöhnliche Frau: Väterlicherseits stammte sie von polnischen Aristokraten, mütterlicherseits von einer Putzmacherin ab, und ihr Pseudonym nahm sie von ihrem ersten Liebhaber, Jules Sandeau, an. Die Verfasserin dieser Biographie zeigt in einer brillanten Darstellung nicht nur den ganzen Bogen dieses teilweise skandalösen Lebens, sondern wird auch der hochbegabten Schriftstellerin gerecht, die ein bedeutendes literarisches Werk hinterlassen hat.
Heyne, 1978
Übersetzt von Otto von Czernicki
Reihe: Heyne Biographien
ISBN-10: 3453550471
ISBN-13: 978-3453550476
Montag, 10. August 2026
Mary Shelley: Verwandlung/Der falsche Vers/Die Trauernde
Buchinfo
Als Schöpferin des "Frankenstein" erlangte Mary Shelley (1797-1851) Weltruhm. Dieser Band versammelt drei ihrer schönsten Erzählungen, von denen zwei erstmals auf deutsch erscheinen. "Verwandlung" und "Der falsche Vers" entführen den Leser in die Zeit der Renaissance. "Die Trauernde", in der ein Knabe das Schicksal einer geheimnisvollen Einsiedlerin enthüllt, zeugt eindringlich von Melancholie und Todessehnsucht der englischen Romantik.
Buchbeginn
Verwandlung
Man erzählt sich, daß, wenn jemandem ein seltsames, übernatürliches und gespenstisches Abenteuer widerfahren ist, diese Person sich manchmal fühlt, als hätte ein seelisches Erdbeben ihren Geist erschüttert, und sie den Zwang spürt, ihr tiefstes Inneres einem Menschen offenzulegen, wie sehr sie auch den Wunsch hegen mag, alles zu verbergen. Ich kann bezeugen, daß dies der Wahrheit entspricht. Ich habe mir innig geschworen, niemals menschlichen Ohren das Grauen zu offenbaren, dem ich mich einst, in einem Überschwang bösen Stolzes, hingegeben habe. Der heilige Mann, der meine Beichte hörte und mich mit der Kirche versöhnte, ist tot. Niemand weiß, daß einst...
Manesse, 2003
Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort von Alexander Pechmann
Erscheinungstermin : 1. Februar 2003
96 Seiten
ISBN-10: 3717540351
ISBN-13: 978-3717540359
Sonntag, 9. August 2026
Sofie Frank
Das "Nürnberger Künstlerlexikon: Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte" ´, herausgegeben von Manfred H. Grieb, enthält über Sofie Frank nur diesen Eintrag:
"Frank, Sofie geb. Tuchmann, Mundartdichterin, * 5. 2. 1854 Uehlfeld b. Neustadt/Aisch - † 16. 8. 1930 Nürnberg. MuS: NÜRNBERG,StadtB. Ausst.: 1966/5."
Da bietet uns Sophie Patacky in ihrem Lexikon deutscher Frauen der Feder schon ein paar mehr Informationen über die Dichterin.
Sofie Frank wurde am 5. Februar 1854 in Nürnberg, Neudörferstrasse 15, zu Fürth in Bayern geboren, wo ihr Vater Kaufmann war. Mit sechs und sieben Jahren besuchte sie die Töchterinstitute der Stadt. Sie war anders als die anderen Mädchen: ihr Sinn war ernst, laute Spiele und Lustigkeiten waren ihr fremd. Sie las und lernte gerne. Die Neigung zur Poesie hatte sie wohl vom Varer. Die Mutter bestärkte sie darin und so schuf sie viele Gelegenheitsdichtungen.
Mit 21 Jahren heiratete sie den Kaufmann Frank. Als Hausfrau und Mutter widmete sie sich mit regem Eifer dichterischer und schriftstellerischer Tätigkeit - ging mit diesen Versuchen auch an die Öffentlichkeit. Aufführungen, Chorlieder und Ähnliches schrieb sie für Vereine und Privatkreise. Sie verfasste auch Rätselaufgaben. Gut 300 Rätsel von ihr sind in den bedeutendsten Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt worden. Vornehmlich in Nürnberg wurden auch Feuilletons, Humoresken, Erzählungen, Berichte, Gedichte, hochdeutsch und in allen Dialekten, veröffentlicht.
Sie war Mitglied der angesehensten litterarischen Vereinigungen und bekleidete beim dortigen Journalisten- und Schriftstellerverein das Ehrenamt der 1. Schriftführerin. Belohnt wurde sie mit Preisen und Auszeichnungen. Zur nationalen Ausstellung in Nürnberg im Jahre 1896 erschien ein "Bayerisches Dichteralbum", in dem von ihr ein größeres humoristisches Gedicht veröffentlicht wurde, das den Wettstreit der beiden Städte München und Nürnberg behandelte.
Samstag, 8. August 2026
Simone de Beauvoir: Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
Buchinfo
Mit unbedingter Aufrichtigkeit erzählt hier eine der klügsten Frauen des Jahrhunderts die Geschichte ihrer Jugend bis zur Begegnung mit Jean-Paul Sartre. Dies ist zugleich die Geschichte aus dem Bann der konventionellen Denk- und Lebensformen des Elternhauses und damit ihrer Befreiung zu sich selbst.
Buchbeginn
Ich bin am 9. Januar 1908 um vier Uhr morgens geboren, und zwar in einem Zimmer mit weiß lackierten Möbeln, das nach dem Boulevard Raspail zu lag. Auf Familienfotografien, die aus dem folgenden Sommer stammen, sieht man junge Damen in langen Kleidern und straußfedergeschmückten Hüten sowie Herren mit ,Kreissägen' und Panamas auf dem Kopf, die einem Baby zulächeln; das sind meine Eltern, mein Großvater, meine Onkel und Tanten - und ich.
Rowohlt Taschenbuch, 1975
Aus dem Französischen von Eva Rechel-Mertens
496 Seiten
ISBN-10: 3499110660
ISBN-13: 978-3499110665
Originaltitel: Mémoires d'une jeune fille rangée, 1958



