Die Leute vom Hellemyr, Band 1: Sjur Gabriel
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Christel Hildebrandt
Buchinfo
"Der Hof hieß Hellemyr, das Felsenmoor, und den Namen trug er vollkommen zu Recht. Hier gab es nur Felsbrocken und sumpfigen Boden, eingegrenzt von den schwarzen nackten Bergen und dem dunkelgrünen Meer."
Amalie Skram (1846–1905) veröffentlichte 1887 mit "Sjur Gabriel" den Auftaktband ihres großen, vierbändigen Werks "Die Leute vom Hellemyr". Darin schildert sie das tägliche Leben der Bauersleute Sjur Gabriel und Oline, das geprägt ist von harter Arbeit und der Versorgung der zahlreichen Kinder – aber auch von Gewalt zwischen den Eltern und ständigen Alkoholeskapaden, die eine Flucht aus der Realität versprechen. Amalie Skram erzählt mit Sinn für die Feinheiten der ländlichen Dialekte und mit einer tief berührenden realistischen Schonungslosigkeit, die ihrer Zeit weit voraus war.
Buchbeginn
Auf den Felsen, nach dem altmodischen Längenmaß gerechnet eine halbe Meile nördlich von Bergen, lebte vor ungefähr sechzig Jahren ein Landmann namens Sjur Gabriel.
Sein Hof bot ein Bild des Jammers, die Felder schienen öd und unbestellt dazuliegen, und das Haus, in dem er wohnte war nicht größer als eine Kätnerhütte.
Die Leute vom Hellemyr, Band 2: Zwei Freunde
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Nora Pröfrock
Buchinfo
"Der Himmel war vom Meer nicht zu unterscheiden, alles war in dichte graue Schwaden gehüllt. Das Schiff taumelte wie ein Spielball zwischen den hohen Seen hin und her."
Amalie Skram (1846–1905) verfasste mit "Zwei Freunde" die Fortsetzung von "Die Leute vom Hellemyr". Sivert Jensen, der Enkel von Sjur Gabriel und Oline aus dem ersten Band, wird darin zur Hauptfigur. Er heuert als Schiffsjunge auf der ,Zwei Freunde' an und fährt zur See. In mitreißenden Szenen über Unwetter auf dem Meer und das Geschehen auf dem Schiff sowie im Hafen von Kingston auf Jamaika berichtet Amalie Skram von dem jugendlichen Sivert, der bis zur gegenüberliegenden Seite der Weltkugel segelt, ohne den Ballast seiner familiären Herkunft hinter sich lassen zu können.
Buchbeginn
Eines Nachmittags im August Anfang der Fünfzigerjahre kam eine bäuerlich gekleidete Frau den Ladegardsbakke bei Bergen hinaufgestakst.
Die Leute vom Hellemyr, Band 3: S. G. Myre
Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Nachwort von Gunnar Staalesen
Buchinfo
"Was hilfts,
dass wir für Tags aufstehn
Und auf uns laden Sorgen viel?"
Amalie Skram (1846–1905) legte 1890 den dritten Band ihres Großwerks vor: "S. G. Myre". Darin kehrt sie nach Bergen zurück, das zum Schauplatz alltäglicher familiärer und geschäftlicher Verstrickungen wird. In einem breiten Erzählpanorama wird das Treiben auf den Straßen ebenso lebendig ausgemalt wie die emotionalen Ausschläge des Liebeslebens ihrer Bewohner. Amalie Skram richtet ihren Blick auf alle sozialen Schichten, sowohl auf die Häuser der Konsuln und Großhändler als auch auf die armen Behausungen der Dienstmädchen und Lagerangestellten, und zeigt die Nöte, Träume und Enttäuschungen der ganzen Bergener Gesellschaft.
Buchbeginn
Tagsüber hatte Sivert immer viel zu tun. Er war nämlich vormittags als Laufjunge eingestellt und nachmittags als Hausbursche, jeweils beim Kaufmann Munthe, dem eine "stue" an der Tyskebrygge gehörte und der in einem zweistöckigen weißen Holzhaus in der Ovregate wohnte. Ursprünglich war Sivert ausschließlich als Hilfskraft für das Kontorpersonal eingestellt worden, aber da nach Erledigung der Arbeiten dort immer noch so viel Zeit übrig blieb, hatte Munthe begonnen, ihm nachmittags hoch in die Ovregate zu schicken. Dort sollte er nachfragen, ob sie in der Küche für ihn Verwendung hätten. Schon bald war es zur festen Regel geworden, dass er jeden Tag dort erschien, und an beiden Orten kam er so gut zurecht, dass er hier wie dort sehr gern gesehen war.
Die Leute vom Hellemyr, Band 4: Die nächste Generation
Aus dem Norwegischen und mit einem Nachwort von Gabriele Haefs
Buchinfo
"Warum war er eigentlich geboren worden – er und seine Geschwister? Wäre es nicht besser für sie alle gewesen, nicht geboren worden zu sein?"
Amalie Skram (1846–1905) führt "Die Leute vom Hellemyr" im abschließenden Band von 1898 bis in die "nächste Generation", bis zu den Urenkeln von Sjur Gabriel und Oline, mit denen alles anfing. Auch hier sind die Standesgrenzen tief in die Lebensläufe eingemeißelt. Der Kampf um wirtschaftlichen Aufstieg und soziale Anerkennung bestimmt den Alltag der Ärmeren, und auch bei den Wohlhabenderen zählen emotionale Enttäuschungen und Lebensunglück zur Tagesordnung. Leise Hoffnung auf Besserung besteht in der jüngsten Generation, die Amalie Skram mit verständnisvoller Zuneigung und enormem Einfühlungsvermögen beschreibt.
Buchbeginn
"Wag das ja nicht, du Musterstängel", flüsterte in der Lateinstunde der Banknachbar Severin Myre zu einem dunkelhaarigen Jungen, dünn und schmächtig und mit selbstgenähter Kleidung. Lehrer Petersen hatte Severins lateinische Übersetzung gelobt und gesagt, er erwarte für das nächste Mal einen vollständig fehlerfreien Text. Severin saß mit rotem Gesicht bedrückt da, und die Jungen bedachten ihn mit verachtungsvollen Blicken.
Guggolz Verlag
Erscheinungstermin : 28. Oktober 2022
Auflage : Erste
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 1200 Seiten
ISBN-10 : 3945370388
ISBN-13 : 978-3945370384
Originaltitel : Hellemyrsfolket, 1887, 1888, 1890, 1898

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