Freitag, 30. Oktober 2026

Rose Macaulay: Tante Dot, das Kamel und ich

#Literaturkalender

Die britische Schriftstellerin Rose Macaulay (1. August 1881 - 30. Oktober 1958) arbeitete während des Ersten Weltkrieges im Sanitätsdienst als Hilfsschwester, in der Propagandaabteilung des Außenministeriums und zuletzt im Verteidigungsministerium. Während der Luftangriffe 1940/1941 wurde ihre Wohnung zerstört. Ihren Neuanfang bei null verarbeitete sie in der teilweise autobiografischen Kurzgeschichte "Miss Anstruther's Letters" (1942) auch literarisch.
Zu Lebzeiten war sie durchaus erfolgreich, heute aber auch in ihrer Heimat nur noch wenigen Leserinnen und Lesern bekannt. Dabei hinterließ sie ein umfangreiches Werk aus Romanen, Essays und Reisebüchern.
Auch ihr preisgekrönter letzter Roman,  „Tante Dot, das Kamel und ich“, hat seit 1958 offenbar keine neue verlegerische Aufmerksamkeit erfahren.

Buchinfo
Die Erzählerin Laurie begibt sich mit ihrer eigenwilligen Tante Dot und einem anglikanischen Geistlichen auf eine Reise durch die Türkei. Was zunächst wie eine ungewöhnliche Reisegeschichte klingt, entwickelt sich zu einer ebenso humorvollen wie hintergründigen Auseinandersetzung mit Religion, Moral, Liebe und kulturellen Missverständnissen.

Mit feiner Ironie nimmt Macaulay die englische Gesellschaft und deren religiöse Selbstgewissheit aufs Korn. Dabei fließen auch eigene Erfahrungen und ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem anglikanischen Glauben in den Roman ein.

1956 erhielt das Buch den renommierten James Tait Black Memorial Prize.

Ein bemerkenswertes Werk einer bemerkenswerten Autorin – und ein weiterer Beleg dafür, wie viele Schriftstellerinnen und ihre Bücher aus unserem literarischen Gedächtnis verschwunden sind.

Claassen, 1958
Übersetzt von Walter Schürenberg
283 Seiten
Originaltitel: The Towers of Trebizond, 1956

 

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