Ein Buch, das ich nicht nur empfehlen, sondern euch ans Herz legen möchte.
Buchinfo
Die Wiederentdeckung einer großen, zeitlosen Erzählerin
Als Sinclair Lewis 1930 den Literaturnobelpreis erhielt, bemerkte er, dass die Auszeichnung eigentlich Willa Cather gebühre. Die heute fast vergessene moderne Klassikerin schrieb mit „Meine Antonia“ einen der eindrucksvollsten amerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte einer jener starken, mutigen Frauen, die Amerikas Herzland urbar gemacht haben.
Die unendlichen Weiten des Graslands, die Prärie im Herzen Nordamerikas – hierher zieht es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die böhmische Familie Shimerda. Wie Millionen Menschen aus der Alten Welt erhofft sie sich ein besseres Leben. Als der Nachbarjunge Jim die kleine Antonia zum ersten Mal sieht, lebt deren Familie noch in einem armseligen Erdloch. Doch das Mädchen lässt sich weder von harter Arbeit, vom tragischen Tod ihres Vaters noch von den viktorianischen Rollenvorstellungen daran hindern, die ungezähmte Natur zu erkunden, sich von der Grenzenlosigkeit des Landes mitreißen zu lassen, sich ihrem Lebenshunger hinzugeben. Antonia ist klug, zielstrebig und schön. Wild entschlossen nimmt sie ihr Schicksal in die Hand.
Eine unsentimentale, meisterhaft erzählte Hommage an eine grandiose Natur und an jene Menschen, die in der Neuen Welt für ein freies Leben aus eigener Kraft kämpften.
Buchbeginn
Die Shimerdas
Das erste Mal hörte ich von Antonia während einer schier endlosen Reise durch die riesigen Ebenen Nordamerikas. Ich war damals zehn Jahre alt; innerhalb eines Jahres hatte ich Vater und Mutter verloren, und meine Verwandten in Virginia hatten mich zu meinen Großeltern geschickt, die in Nebraska lebten. Ich reiste in der Obhut von Jake Marpole, einem Jungen aus den Bergen und Gehilfen auf der Farm meines Vaters am Fuß der Blauen Berge, der nun nach Westen fuhr, um für meinen Großvater zu arbeiten. Jake hatte noch nicht viel mehr von der Welt gesehen als ich. Bis zu jenem Morgen, an dem wir uns aufmachten, unser Glück in einer neuen Welt zu versuchen, war er noch nie mit dem Zug gefahren.
Zitate
"Eines Tages reise ich in deine Heimat, Tony, und besuche die kleine Stadt, in der du gelebt hast. Kannst du dich noch an alles dort erinnern?"
"Jim", sagte sie mit großem Ernst, "selbst wenn man mich mitten in der Nacht dort absetzen würde, ich würde jeden Weg in dieser kleinen Stadt finden; und den Fluss entlang zur nächsten, wo meine Großmutter lebte. Meine Füße können sich noch an jeden kleinen Pfad durch den Wald erinnern, und an die Stellen, wo die dicken Wurzeln aus dem Boden ragen, um einen zum Stolpern zu bringen. Ich werde meine Heimat niemals vergessen."
"Ich hätte dich gern zu meiner Liebsten gehabt, oder zur Frau, zu meiner Mutter oder Schwester - zu all dem, was eine Frau einem Mann nur sein kann. Dein Bild ist immer Teil meiner Gedanken."
btb Verlag, 2009
Aus dem Englischen von Stefanie Kremer
Mit einem Nachwort von Elke Schmitter
319 Seiten
ISBN-10: 3813503127
ISBN-13: 978-3813503128
Originalausgabe: My Antonia, 1918

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