Der bekanntere in dieser Romanbiografie ist Lord Byron, von dem ich bisher nur wusste, dass er mit anderen Schriftstellern oder Dichtern in Italien war und sie dort bei schlechtem Wetter jeder für sich eine Gruselgeschichte schreiben wollten. Bekanntermaßen entstand auf diese Weise "Frankensteins Monster" von Mary Shelley.
Erfahren habe ich aber erst in diesem Buch, warum Byron in Italien war oder sich auch ansonsten in seinen letzten Jahren im Ausland aufhalten musste: Er hatte eine Liebesbeziehung zu seiner Halbschwester Augusta. Und wenn ich mich recht erinnere, stand darauf im damaligen England die Todesstrafe.
Als er aus England floh, ließ er Augusta mit fünf Kindern zurück. Und was ihn mir absolut unsympathisch macht, ist, dass er seine Gefühle zu ihr in seinen Werken thematisierte, sodass Augusta in England einen ziemlich schweren Stand hatte.
Eigentlich werde ich bei Büchern, die mir besonders gut gefallen, am Ende immer langsamer mit dem Lesen, weil ich die Geschichte noch nicht verlassen möchte.
Hier war es das Gegenteil. Fast atemlos las ich dem Ende entgegen, um zu erfahren, was aus Augusta geworden ist.
Buchinfo
Seine Zeitgenossen umlagerten ihn, Goethe war von ihm fasziniert, und Chateaubriand beneiden ihn um Erfolg und Anerkennung. Sein Privatleben wurde von der sensationslüsternen Öffentlichkeit verfolgt. Aber nur von einem Menschen fühlte sich der berühmte englische Dichter Lord Byron wirklich verstanden: von seiner fünf Jahre älteren Halbschwester Augusta Leigh. Er liebte sie. Im puritanischen England war indessen kein Raum für diese Beziehung. Byrons Schicksal war eine unstete, lebenslange Wanderschaft durch Europa.
Buchbeginn
Zehn Tage vor ihrem Tod reiste Augusta Leigh mit dem Zug nach Brighton, um ihre Schwägerin Annabella zu besuchen. Augustas Tochter Emily, die dieses Zusammentreffen arrangiert hatte, stand dem Unternehmen mit großer Skepsis gegenüber. "Hältst du es wirklich für vernünftig, Mamee?" fragte sie, während sie ihre Mutter zum Bahnhof brachte. "Ich meine, glaubst du nicht, daß sie noch immer... noch immer..." Es war weder Emilys Art, ihre Sätze unvollendet zu lassen, noch hegte sie für gewöhnlich Zweifel an Dingen, die sie selbst eingefädelt hatte, so daß Augusta das Ausmaß ihrer Befürchtungen erkennen konnte.

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