Kennt jemand Christa Winsloe? Ehrlich gesagt, bisher wusste ich nichts von ihr, obwohl ich mir das Buch schon im März 2020 gekauft habe. Dabei war sie in den 1930er Jahren weltberühmt.
Vielleicht könnte man sich an den Namen erinnern, sofern er denn im Vor- oder Abspann des Films "Mädchen in Uniform" aufgeführt wurde: "Nach einem Theaterstück von Christa Winsloe" in etwa.
Über Christa Winsloe ist nur wenig bekannt, und das oftmals fehlerhaft, was Doris Hermanns dazu bewegte, "weiter in Archiven zu forschen und Unbekanntes zutage zu fördern".
Ich war wirklich neugierig auf diese Künstlerin, zumal ich beim AvivA Verlag schon öfter auf ihren Namen gestoßen war. Was mich aber doch enttäuscht, sind die vielen vorhandenen Schreibfehler. Wenn es sich um einen Roman gehandelt hätte, hätte ich das Buch abgebrochen.
Buchinfo
Für kurze Zeit war sie weltberühmt. Nach ihrer Karriere als Bildhauerin widmete sich Christa Winsloe (1888-1944) dem Schreiben. Ihr erstes Theaterstück wurde 1931 unter dem Titel "Mädchen in Uniform" mit großem Erfolg verfilmt.
Die erste Biografie über Christa Winsloes bewegtes Leben von Deutschland nach Italien, Ungarn, Amerika und Frankreich, das mit ihrer Ermordung tragisch endete.
"Sie war immer eine ,von denen'. Immer zwischen allen Stühlen, zwischen den Fronten. Keine menschliche Gesellschaft fing sie auf." - Christa Reinig
Buchbeginn
"Die so entsetzlich unbegabten Engländer..."
Am 23.12.1888 wurde Christa Winsloe in Darmstadt geboren. Ihre Eltern waren der Rittmeister Arthur Winsloe und Katharina Elisabeth Winsloe, geborene Scherz.
Zitate
"Rückblickend auf ihre Jugend schrieb Winsloe später: ,Ich persönlich habe mich (…) unbeschreiblich langsam entwickelt, obwohl ich äußerlich sehr selbständig war. Aber erotisch und geistig von einer rührenden Naivität, verschwärmt und unreif bis weit über die zwanzig Jahre. Sehr unglücklich und sehr verlassen.'"
"Frauen wurde um die Jahrhundertwende lediglich Zeichnen, Malen, Musizieren (vornehmlich Klavier und Gesang), Sticken und Fremdsprachen als Äußerungen ihrer Kreativität zugestanden. Bildhauerei galt als Männersache, für die Muskeln und Stärke benötigt wurden. Bei der Arbeit bekam man rauhe Hände, wurde dreckig und staubig.
Das konnte nichts für bürgerliche Frauen sein, deren erstes Ziel im Leben eine Ehe war und die auf ihr Äußeres Wert legen sollten. Zudem galt die Arbeit an großen Werken als gefährlich, ermüdend und erforderte Ausdauer, auch dies war etwas, das man Frauen nicht zutraute."
Klaus Mann in einem Brief an die Malerin Eva Herrmann:
",Gleichfalls hingerichtet: meine Freundin Christa Hatvany-Winsloe (Du kanntest sie doch auch?); diese von der französischen ,résistance'. In ihrem Riviera-Haus sollen deutsche Offiziere versteckt gewesen sein. So wurde ihr dann der Prozeß gemacht, ein sehr kurzer Prozeß, der mit standrechtlicher Erschießung endete. War dies ungerecht? Vielleicht; denn für die Nazis hatte unsere Christa gewiß nichts übrig. Aber sie war wohl gar zu großzügig und zu tolerant, tolerant bis zur Schlampigkeit. Wenn man nichts für die Nazis übrig hat, tut man gut daran, den Umgang mit Nazi-Offizieren zu meiden, besonders in einem noch besetzten, fast schon befreiten Land. Die Unterdrückten verstehen keinen Spaß, wenn ihre Stunde kommt. Trotzdem tut es uns leid um unsere Christa, braves altes Stück. Es tut mir ganz entschieden leid um sie.'
Klaus Mann maßt sich hier ein Urteil über eine Situation an, über die er nur Gerüchte gehört hatte. Dieses Urteil wurde jedoch von zahlreichen Nachschlagewerken übernommen, die Winsloe aufgrund dieser Bemerkung bis heute als Nazi-Kollaborateurin verurteilen."
AvivA Verlag
1. Auflage 2012
317 Seiten
ISBN-10: 3932338537
ISBN-13: 978-3932338533

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