Mittwoch, 5. August 2026

Kerstin Ehmer: Heldinnen der Meere. Sechzehn Frauen und ihr Leben für die Ozeane

Ich lernte in diesem Buch durchweg interessante und mutige Frauen kennen. 
Wahnsinnig spannend die Geschichte von Isabelle Autissier. Vielleicht erinnert sich jemand an ihr Buch "Herz auf Eis"? In der Geschichte konnte sie aus dem Vollen aus ihrem Leben schöpfen.

Buchinfo
Eine Umweltaktivistin, die allein auf einer abgelegenen Insel lebt. Eine Schwimmerin, die als erste Frau den Ärmelkanal durchquert. Eine Freibeuterin, die sich am König rächt. Auch wenn Epochen und Kontinente zwischen Zoe Lucas, Trude Ederle und Jeanne de Clisson liegen, verbindet sie doch eines: das Meer.

Kerstin Ehmer erzählt von klugen und unerschrockenen Frauen der Ozeane aus Wissenschaft, Kunst, Sport, Kultur und Mythologie.
Biografien wie die von Virginia Woolf, Isabelle Autissier Elisabeth Mann Borgese zeigen eindrücklich, dass das Meer schon immer auch Schauplatz weiblicher Heldengeschichten war.

Buchbeginn
Vorwort
Die Frauen der Meere

Wir haben das Meer ins Herz geschlossen. In seinen von großen Himmeln überspannten Weiten, in der Ferne seiner Horizonte suchen und finden wir Entspannung oder Inspiration, Raum für neues Denken. Glücklich verlieren wir uns im Anblick des Meeres, berauschte Protagonistinnen und Protagonisten einer seltsam unbestimmten Offenbarung. Das Meer ist für uns ein Geschenk, sein Wasser wirkmächtig, sein salziger Atem Medizin

Zitat
Im Kapitel über Isabelle Autissier:
Es war also nicht die Gefahr, die sie immer wieder aufs Meer lockte, nicht der Nervenkitzel oder der Ehrgeiz. Auf die oft gestellte Frage, warum sie sich das alles antat, fand sie eine einigermaßen überraschende Antwort. Es sei das Erleben der ungeheuren, grenzenlosen Macht des Meeres gewesen, das sie reizte, und dieser Macht begegnete sie als Seglerin am liebsten allein. An Land könne der Mensch Häuser und Straßen bauen, ein Chaos anrichten, all das sei auf dem Meer möglich. Eine Seglerin erkundet den Wind, die Wellen, die Strömung. Ihre Sicherheit hängt davon ab, wie gut sie es versteht, mit dem Wind zu gehen und mit ihm zu spielen. Sie kämpft nicht gegen, sondern mit dem Meer, denn das Meer ist unbezwingbar. 


Im Kapitel über Imap Ukûa:
Im Fjord schob der Sturm die Eisschollen zusammen, schleuderte sie auf die Schären, türmte sie zu weißen, kantigen Gebilden übereinander, ließ sie knacken und knirschen und schließlich wimmern und heulen wie lebendige Wesen. Dann kam Schnee. Er verwandelte die Nacht in ein himmel- und bodenloses Durcheinander aus wirbelndem Weiß, das schließlich auch das Feuer unter sich begrub. Sturm und Nacht hatten sich durchgesetzt.


mareverlag, 2026
Mit Illustrationen von Astrid und Robert Nippoldt
224 Seiten
ISBN-10: ‎3866487460
ISBN-13: ‎978-3866487468
 

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